Szenenfoto ''NICHT ICH. ÜBER DAS MARIONETTENTHEATER'' mit Jörg Weinöhl | (c) Martina Pipprich
Nicht ich - Über das Marionettentheater
Isabel Mundry / Jörg Weinöhl
Opernhaus Düsseldorf
Freitag, 22. Juni 2012
19:30 Uhr
Dauer: ca. 1 Stunde, keine Pause
11,50 - 52,70 €
Gastspiel - Szenisches Konzert mit Tanz
Dauer: ca. 1 Stunde, keine Pause
Sie ist eine der wichtigsten Stimmen unter den Komponisten unserer Zeit, er zählt zu den herausragenden Tänzerpersönlichkeiten in Martin Schläpfers Ballett am Rhein: Isabel Mundry und Jörg Weinöhl. Aus der Arbeit an dem Tanzstück „Das Wissen der Nacht“, mit dem sich Jörg Weinöhl 2009 am Staatstheater Mainz als Choreograph vorstellte, entstand der Wunsch beider Künstler, ein Werk gemeinsam zu schreiben – der Mut zu einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit, der anlässlich von Heinrich von Kleists 200. Todestag mit „Nicht ich – Über das Marionettentheater“ nun seine Realisierung fand. Nach Aufführungen in Thun, bei den Zürcher Festwochen und anlässlich der Wiedereröffnung nach Renovierung des Südflügels der Hessischen Landesfestung Rüsselsheim ist das Projekt einmalig auch im Opernhaus Düsseldorf zu erleben.

In seinem Text „Über das Marionettentheater“ befasst sich Kleist mit der ästhetischen Grundfrage, wo der „wahre“ Künstler zwischen den beiden gegensätzlichen Positionen ursprünglicher Natürlichkeit und elaborierter Kunstfertigkeit anzusiedeln sei. Die Spannung zwischen dem Bestreben nach Perfektion und der Erfahrung, dass gerade der Versuch sie einzulösen eine andere Form existenzieller Zerbrechlichkeit hervorbringt, ist auch für die Menschen des 21. Jahrhunderts ein brisantes Thema, deren Lebenswirklichkeit zunehmend von Lifting, Doping oder lebensverlängernden Maßnahmen beeinflusst wird. Isabel Mundry und Jörg Weinöhl nehmen in ihrem szenischen Konzert für Instrumental- und Vokalensemble, Tänzer und Sopranistin die Struktur und Problematik von Kleists Essay auf und umkreisen das Verhältnis von Mensch, Maschine, Kunst und Natur. Text, Musik und Tanz greifen auf vielschichtige Weise ineinander und überlagern sich. Im facettenreichen Spiel von Bild und Abbild erfahren sie verschiedene Formen der Verkünstlichung bis hin zur Digitalisierung. Die Komposition thematisiert und erfährt gleichermaßen einen Prozess der Reflexion und Differenzierung: und vollzieht damit, wovon der Text erzählt – eine komplexe Selbstspiegelung.

Die Produktion wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung

Die Aufführung im Opernhaus Düsseldorf findet mit freundlicher Unterstützung der Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf statt.

Im Anschluss an die Vorstellung haben Sie Gelegenheit in einem Publikumsgespräch im Foyer, 1. Rang mit den Künstlerinnen und Künstlern über den Abend ins Gespräch zu kommen. Es erwarten Sie Isabel Mundry (Komposition), Jörg Weinöhl (Choreographie und Tanz), Petra Hoffmann (Solosopran), Franziska Heinzen (Vokalensemble Zürich, Sopran) und Martin Fahlenbock (ensemble recherche, Flöte). Die Moderation übernimmt Anne do Paço.


VOKALENSEMBELE ZÜRICH
Das mit professionellen Stimmen besetzt Vokalensemble Zürich – 1989 von Peter Siegwart gegründet und seither geleitet – hat sich durch ausgesuchte Programme in einem weiten Repertoire zeitgenössischer Musik und durch die hohe Qualität seiner Darbietungen einen hervorragenden Namen geschaffen. Es präsentiert regelmäßig Konzerte in der Schweiz. Darüber hinaus ist es auch Gast im Ausland bzw. bei Festivals, so bereits 1991 beim Festival Tibor Varga und 1992 an der Schubertiade London Blackheath. Es folgten Einladungen u.a. vom Sinfonieorchester Luzern (2001, Berio: „Sinfonia“), vom Opernhaus/Schauspielhaus Zürich (2003, Furrer/Marthaler: „Invocation“) und vom Kammerorchester Basel (2003, Werke von Kancheli). Seit 1990 ist es ständiges Ensemble der Königsfelder Festspiele. Im Konzert präsentiert sich das ansonsten über eine größere Anzahl von Sängerinnen und Sängern verfügende Vokalensemble Zürich gerne in ausgewählt kleiner Besetzung von acht bis zwölf Stimmen. Es setzt sich für unkonventionelle Programme ein, wobei musikalischen Raritäten und Uraufführungen das besondere Augenmerk gilt. Die Stadt Zürich zeichnete das Ensemble mit dem „Werkjahr für musikalische Interpretation 2007“ aus.
www.vokalensemblezuerich.ch

ENSEMBLE RECHERCHE
Das ensemble recherche macht Musikgeschichte: mit rund 500 Uraufführungen seit der Gründung 1985 hat das Ensemble die Entwicklung der zeitgenössischen Kammer- und Ensemblemusik maßgeblich mitgestaltet. Neben seiner ausgedehnten Konzerttätigkeit wirkt das ensemble recherche bei Musiktheaterprojekten mit, produziert für Hörfunk und Film, gibt Kurse für Instrumentalisten und Komponisten und bietet dem musikalischen Nachwuchs Einblick in seine Arbeit: als Lehrende an Hochschulen und mit „Hör Mal!“, dem Kinder- und Jugendklangprojekt zum Zuhören und Mitmachen. Ein Forum für Weiterbildung der besonderen Art ist die mit dem Freiburger Barockorchester zusammen veranstaltete Ensemble-Akademie Freiburg. Das neunköpfige Solistenensemble hat mit seiner eigenen dramaturgischen Linie einen festen Platz im internationalen Musikleben. Das Repertoire beginnt bei den Klassikern des ausgehenden 19. Jahrhunderts, reicht u.a. vom französischen Impressionismus über die Zweite Wiener Schule und die Expressionisten bis zur Darmstädter Schule, dem französischen Spektralismus bis zu avantgardistischen Experimenten der Gegenwartskunst. Ein weiteres Interesse des ensemble recherche gilt der zeitgenössischen Sicht auf die Musik vor 1700. Von der enormen Bandbreite des Repertoires zeugen über 50 CDs, mehrfach ausgezeichnet mit internationalen Preisen, u.a. dem Jahrespreis der Dt. Schallplattenkritik und dem Diapason d’Or.
www.ensemble-recherche.de

 
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NICHT ICH – ÜBER DAS MARIONETTENTHEATER

Ein szenisches Konzert
basierend auf dem Essay von Heinrich von Kleist
von Isabel Mundry und Jörg Weinöhl

Texte von Heinrich von Kleist, Peter Weber, Roland Barthes und Inger Christensen
 

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