Sylvia Hamvasi (Louise) | (c) Hans Jörg Michel
Louise
Gustave Charpentier
Premiere
Dauer: ca. 2 1/2 Stunden, keine Pause

 
Dauer: ca. 2 1/2 Stunden, keine Pause
Die Uraufführung des musikalischen Romans „Louise“ im Jahr 1900 an der Pariser Opéra Comique war ein überwältigender Erfolg. Die Oper erlebte am selben Haus bis 1956 eintausend Aufführungen und wurde weltweit zu einer der meist gespielten Opern in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dennoch war das heute nahezu vergessene Werk nicht unumstritten. Gegner bezeichneten es als ordinär, da es – im naturalistischen Geist Zolas und entgegen der gängigen Operntradition – gewöhnliche Menschen und Arbeiter auf die Bühne brachte. Charpentier erzählt mit dem in einer Mischung aus Umgangsfranzösisch und Pariser Jargon selbst verfassten Libretto die Geschichte der jungen Näherin Louise, die an der Enge und Reglementiertheit ihres Elternhauses leidet. Sie will mit ihrem Geliebten, dem Dichter Julien, leben, ihr Recht auf Freiheit einfordernd. Trotz aller Versuche der Eltern, die Tochter bei sich zu halten, verlieren sie das Mädchen an Julien und an Paris: für die Eltern das neue Babylon, für Louise Plattform ihrer Zukunftshoffnungen.

Was auf den ersten Blick wie ein lokaler Hymnus auf die Weltmetropole Paris erscheint, offenbart sich mehr und mehr als der Wunschtraum einer unglücklichen jungen Frau, in dem sich die Realität zu einer aus Emotionen, Hoffnungen und unterschiedlichen Zeitebenen überhöhten Wirklichkeit wandelt. Nicht umsonst hat Alma Mahler den Komponisten als einen der ersten Surrealisten bezeichnet. Auch für sie war „Louise“ mit ihrer von Richard Wagner und Jules Massenet beeinflussten Musik eine Mixtur aus Realismus und Fantasie, in der die Grenzen zwischen Sehnsucht und Erlebtem immer wieder verschwimmen.

Christof Loy, der gegenwärtig zu den erfolgreichsten Regisseuren auf den internationalen Opernbühnen gehört und durch die Fachzeitschrift „Opernwelt“ mehrfach als Regisseur des Jahres ausgezeichnet wurde, ist der Deutschen Oper am Rhein seit vielen Jahren verbunden. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit hier war das französische Opernrepertoire, das er mit Charpentiers „Louise“ um eine besondere Rarität ergänzte. Wie selten waren sich Kritiker und Publikum nach der Duisburger Premiere 2008 einig darüber, dass ihm mit der Inszenierung dieses „musikalischen Romans“ das packende Psychogramm eines Familiendramas gelungen ist. Wenn jetzt Generalmusikdirektor Axel Kober mit den Düsseldorfer Symphonikern dieses Werk im Düsseldorfer Opernhaus zum Klingen bringen wird, darf man sicher sein, dass auch hier die pausenlosen 160 Minuten im „Wartesaal der Gefühle“ unter Hochspannung stehen, die das überragende Solistenensemble ebenso wie der spielfreudige Opernchor und die Mitglieder des Düsseldorfer Mädchen- und Jugendchors auf der Bühne erzeugen.
 
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Gustave Charpentier
(1860 - 1956)

LOUISE
Roman musical in vier Akten
Text vom Komponisten
 
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
 

Musikalische Leitung Axel Kober / Wen-Pin Chien
Inszenierung Christof Loy
Bühne Barbara Pral
Kostüme Ursula Renzenbrink
Licht Volker Weinhart
Chor Gerhard Michalski / Christoph Kurig
Choreografie Thomas Wilhelm
Dramaturgie Thomas Jonigk
 
Louise Sylvia Hamvasi
Julien Sergej Khomov
La Mère Marta Márquez
Le Père Sami Luttinen / Philippe Rouillon
La petite chiffonnière Léa Pasquel
La glaneuse Iryna Vakula
Le Noctambule Sergej Khomov
La plieuse Elisabeth Selle
la laitière Maria Hermann
Le chiffonnier Sami Luttinen / Günes Gürle
Le bricoleur Michail Milanov
Premier gardien Bo-Hyeon Mun
Second gardien Cesar Dima
Le gavroche Jaclyn Bermudez
La balayeuse Nassrin Azarmi / Lisa Griffith
Blanche Elisabeth Selle
Marguerite Sibylle Eichhorn
Suzanne Iryna Vakula
Gertrude Andrea Baker
Irma Romana Noack / Anneke Luyten
Camille Alma Sadé
L´apprentie Jaclyn Bermudez
Élise Léa Pasquel
La première Marta Márquez
Madeleine Izabella Turhan
Marchand d´habits Fabrice Farina / Florian Simson
La rempailleuse Iryna Vakula
Marchand des chiffons Bo-Hyeon Mun
M´des artichauts Alma Sadé
Le m´d de carottes Cesar Dima
M´de de mouron Romana Noack / Anneke Luyten
M´de la rue Iryna Vakula
M´d de pois verts Bo-Hyeon Mun
M´de de pois verts Jaclyn Bermudez
Le pape des fous Fabrice Farina / Florian Simson
 
Orchester  Düsseldorfer Symphoniker
 

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