Happy Birthday, Glen Tetley!

Am 3. Februar 2026 wäre der Tänzer und Choreograph Glen Tetley 100 Jahre alt geworden. 1926 in Cleveland (Ohio) geboren, studierte er zunächst Medizin und ging zum Militär, bevor er in den 1940er Jahren begann, Tanz zu studieren, klassisches Ballett u.a. bei Antony Tudor, Margaret Craske und an der School of American Ballet (SAB) von George Balanchine; Modern Dance bei zwei der Größten: Martha Graham und Hanya Holm. Er wurde Holms Assistent und tanzte in vielen ihrer Broadway-Shows.

Glen Tetleys Karriere führte ihn als Tänzer und Choreograph um die ganze Welt. Während er beim American Ballet Theatre tanzte, war er auch Mitglied der Martha Graham Company, arbeitete intensiv mit dem Ballet Rambert, dem Netherlands Dance Theater, dem Royal Ballet, dem Australian Ballet, dem Stuttgarter Ballett und dem Royal Danish Ballet zusammen. Tetley war Gründungsmitglied des Joffrey Ballet und führte von 1962 bis 1969 seine eigene Compagnie.

„Voluntaries“
Die bahnbrechende Verschmelzung von Ballett und Modern Dance in seinen Werken beeinflusste viele Choreograph*innen, Ballett- und Modern-Dance-Ensembles. 1974 übernahm er nach dem plötzlichen Tod von John Cranko die Leitung des Stuttgarter Balletts. Er führte die Tänzerinnen und Tänzer an neue Bewegungsqualitäten und Ausdrucksformen heran. Für die Compagnie choreographierte er mehrere Ballette, darunter „Voluntaries“ (1973) –, das er John Cranko widmete. Es ist eines seiner persönlichsten Werke. „Die Orgel erschien mir immer wie eine Stimme Gottes“, so Tetley über seine Wahl, die Kreation auf das „Concerto für Orgel, Pauken und Streicher“ von Francis Poulenc aus dem Jahr 1938 zu schaffen. Von geheimnisvoller Atmosphäre geprägt, verströmt das Stück eine nachdenkliche und auf das Jenseits gerichtete Stimmung. Wie das musikalische Voluntary als freie Instrumentalkomposition (meist für eine Orgel) und vom lateinischen Stamm her auch mit volāre dem „Fliegen“ oder „Schweben“ verwandt, scheint auch Tetleys Werk sich wie improvisiert und frei jeder Eingrenzung zu entfalten.
Während seiner folgenden zweijährigen Tätigkeit für das Ensemble in Stuttgart schuf er des Weiteren „Le sacre du Printemps” (1974) und „Daphnis und Chloe” (1975), kehrte aber anschließend zu seiner internationalen freiberuflichen Karriere zurück. Als einziges weiteres festes Engagement übernahm er ab 1987 für fünf Jahre die Position als Artistic Associate beim National Ballet of Canada. Sein letztes Ballett, „Lux in Tenbris“, choreographierte Tetley 1999 für das Houston Ballet. Er starb am 10. Januar 2007 in West Palm Beach (Florida).

Glen Tetleys Ballett „Voluntaries“ ist ab 14. März als Teil des dreiteiligen Ballettabends „OrgelPassion“ des Ballett am Rhein am Opernhaus Düsseldorf zu erleben.