08.06.–09.06.2024 / Ballett

Step by Step

Sa 08.06.2024
Balletthaus Studio 1
20:00 - 22:00
Ballett
20
Beschreibung
Junge Choreograph*innen präsentieren Unerwartetes und Neues.

Empfohlen ab 10 Jahren
Das Format „Step by Step“ bietet auch in diesem Jahr wieder aufstrebenden Talenten der Ballettcompagnie des Ballett am Rhein die Möglichkeit, sich den Herausforderungen der choreographischen Arbeit zu stellen.

In den Kreationen von Kauan Soares, Jack Bruce, Daniele Bonelli, Yoav Bosidan, Samuel López Legaspi und Marta Andreitsiv ist ein Abend unterschiedlichster Ideen und Impulse entstanden, der sich im wandelbaren Studio 1 des Balletthauses zu einem großen Ganzen (mit einer Pause) formt. Die Tanzsprachen sind dabei so unterschiedlich wie Choreograph*innen selbst - Zeitgenössisch, provokativ, klassisch und sensibel.

Von der fantasievoll-düsteren Befragung eines Literaturklassikers über tanzgewordene Gedankenspiele über den ewigen Kreislauf unseres Lebens und die Wichtigkeit menschlicher Beziehungen bis hin zu konkreten Zuständen unserer Realität ist alles dabei.
Kauan Soares: Cour d'amours
Choreographie, Bühne, Licht & Kostüme: Kauan Soares
Musikalische Einrichtung: Eduardo Boechat
Musik: Carl Orff: Cour d’amours aus „Carmina Burana”
Cast: Elisabeth Vincenti, Ako Sago, Camilla Agraso, Edvin Somai, Marco Nestola

Das Leben besteht aus Höhen und Tiefen. Wie ein Rad des Glückes dreht sich das Rad des Lebens im natürlichen Kreislauf. Mal geht es aufwärts, mal geht es abwärts. Aber vielleicht ist es nicht gut, immer „oben“ zu sein? Und vielleicht auch nicht so schlecht, mal „unten“ zu sein?
Für die Griechen symbolisierte die Göttin Fortuna (Tyche) das Gleichgewicht zwischen Glück und Unglück, Wohlstand und Armut. Sie war ein Symbol der Hoffnung und der Möglichkeiten in einer von Zufall und Ungewissheit beherrschten Welt. Die Menschen wandten sich an sie, um in Zeiten der Not Führung und Schutz zu erhalten. Traditionell wird sie auf einem Rad stehend dargestellt, mit einer Augenbinde über den Augen und einem Füllhorn in der Hand. Die Augenbinde symbolisiert ihr unparteiische Haltung allen Dingen gegenüber.
Woher wissen wir, was ist richtig und was falsch ist? Wer sind wir, um darüber zu urteilen?
Jack Bruce: Scenes By The Sea
Choreographie, Bühne, Licht & Kostüme: Jack Bruce
Musik: Eydié Gormé, Los Panchos: „Noche de Ronda”; Pete Rodriguez: „Soy El Rey“;
Cast: Lara Delfino, Orazio Di Bella

Szenen wie aus einem Film: Zwei Menschen in ihrer Welt. Kennen sie sich? Schnitt. Liebe, Leidenschaft, Lust. Schnitt. Traum, Verweilen, Frieden. Schnitt. Und in allem findet sich auch das Übernatürliche. Diese Erzählung hat keine Geschichte – oder doch? Ein weiter Strand der Interpretationen.
Inspiriert ist „Scenes By The Sea“ von Filmen wie „Angel Heart“ von Alan Parker und Romanen wie „The Rum Diary“ von Hunter S. Thompson und „Sweet Thursday“ von John Steinbeck.
Daniele Bonelli: Alice
Choreographie, Bühne, Licht & Kostüme: Daniele Bonelli
Musik: Thom Yorke: „Suspirium” (Arr. Eduardo Boechat); Thom York: Kreation für Klavier, inspiriert von „The Hooks” (eingespielt von Eduardo Boechat); Dinah Washington: „This bitter earth”; Susanne Sundfør: „orõ volu”; Hauptthema aus dem Disney-Film „Alice in wonderland”; Thom Yorke: „The inevitable pull”
Cast: Miquel Martínez Pedro, Daniele Bonelli

Jeder kennt „Alice im Wunderland”, ob als Buch von Lewis Carol oder die farbenprächtige Adaption von Walt Disney: Die fantastische Geschichte eines kleinen Mädchens, das durch den Besuch in einem traumhaften Land zur Erwachsenen wird.
Doch was passiert, wenn sich der Traum von Alice in ihrem Wunderland stattdessen als Alptraum entpuppt?
„Alice“ ist von der Idee einer Welt inspiriert, in der die visionäre Vorstellungskraft des Protagonisten in Wirklichkeit eine Kritik an den Idealen unserer Gesellschaft ist. Heutzutage besteht unsere Traumwelt aus ästhetischen Standards, utopischer Schönheit und unerreichbarem Perfektionismus, die unsere Selbstwahrnehmung beeinflussen. Sehen wir im Spiegel objektiv, wer wir sind, oder schaffen wir uns ein verzerrtes und illusorisches Bild von uns selbst? Was wäre denn, wenn wir in einer Welt leben, die unserer Fantasie entsprungen ist – wie ein Wunderland?
Pause
Yoav Bosidan: Guns and Roses
Choreographie, Bühne, Licht & Kostüme: Yoav Bosidan
Assistent: Philip Handschin
Musik: Kreation von Yoav Bosidan
Cast: Norma Magalhães, Gustavo Carvalho

„Guns and Roses“ spiegelt die turbulenten Zeiten wider, in denen wir leben. Mit dynamischen Bewegungen und eindrucksvollen Bildern setzt sich die Choreographie mit Themen wie Not und Hoffnung auseinander, erforscht die zerbrechliche Widerstandsfähigkeit des menschlichen Geistes. Das Stück bietet keine Lösungen, sondern vielmehr ein Bild der Realität.
Samuel López Legaspi: Nobodies
Choreographie, Bühne, Licht & Kostüme: Samuel López Legaspi
Musik: Donny Hathaway: Giving up, A Song For You
Cast: Maria Luisa Castillo Yoshida, Charlotte Kragh, Rose Nougué-Cazenave, Courtney Skalnik, Joaquin Angelucci, Evan L’Hirondelle, Andrea Tozza

Das Leben ist wie die Reise eines Schiffes auf rauer See – dazu bestimmt, endlich zu sein, Stürme genauso zu ertragen wie die Ausgeglichenheit der ruhigen See. Oft scheint es verführerisch, einfach aufzugeben, auszuruhen und im rauen Sturm vom eigenen Schiff zu springen.
Doch Dank der Matrosen meines Schiffes, meiner Gefährten im Leben, schaffe ich es immer wieder, das Ruder zu übernehmen und dem Horizont entgegenzusegeln – unendlichen, unerreichbaren Linie, die uns daran erinnert, dass wir alle Niemand sind.
Marta Andreitsiv: The only way out is through
Choreographie, Bühne, Licht & Kostüme: Marta Andreitsiv
Choreographischer Assistent: Niklas Jendrics
Musikalische Einrichtung: Eduardo Boechat
Musik: Zabavka „Коріння” (Roots), Thomas Bangalt „Rectum”, Zabavka und Dmytryk Приворот (Spell), Gedicht von Vasul Symonenko, gelesen von Marta Andreitsiv
Cast: Marta Andreitsiv, Paula Alves, Clara Nougué-Cazenave, Pedro Maricato

Schmerz ist das Echo unserer Vergangenheit,
der Schatten unserer Gegenwart,
und der Vorbote unserer Zukunft.

Granite obelisks, akin to jellyfish
Granite obelisks, akin to jellyfish,
They had been crawling, endlessly, to find themselves too weak.
And there's no more space left for new graves,
In the cemetery of executed dreams.

A billion hopes - that had been buried in black soil,
A billion fortunes - that had been forever seized...
The Soul is burning, and the angered Mind - aflame,
All the while the Hate is laughing in the wind.

If only he who had been fooled could see,
And if the deceased ones lived again,
The sky, long grey from tireless cursing,
Would surely rupture underneath its shame.

Ein Gedicht des ukrainischen Dichters Vasul Symonenko (1935-1963) © übersetzt ins Englische von Ruslan Suleimanov


Weitere Empfehlungen