17.10.-06.12.2026 / Oper
Die Meistersinger von Nürnberg
Richard Wagner
Mi 07.10.2026
Opernhaus Düsseldorf – Foyer
18:00 - 19:30
Opernwerkstatt Oper
Probenbesuch & Podiumsgespräch
15:00 - 20:20
Oper
Im Anschluss: Nachgefragt
17:00 - 22:20
Oper
17:00 - 22:20
Oper
17:00 - 22:20
Zum letzten Mal in dieser Spielzeit Oper
„Wahn, überall Wahn“ – ein Meister-Werk
Oper in drei Aufzügen
Libretto vom Komponisten
Libretto vom Komponisten
Der junge Ritter Walther von Stolzing liebt Eva, die nur den Sieger eines Meistersinger-Wettstreits heiraten darf. Da Walther die strengen Regeln nicht beherrscht, scheitert er zunächst. Doch der Schuster und Dichter Hans Sachs, humanistischer Dreh- und Lichtpunkt der reaktionären Stadtgesellschaft, erkennt Walthers Talent für die Kunst, und versucht, in die erstarrten Regeln der Gemeinschaft hinein den Konflikt zwischen Tradition und Neuerung zu lösen. Gegen alle Widerstände und Beckmessereien gewinnt Walther schließlich den Wettbewerb durch Sachs’ Hilfe, verzichtet jedoch auf den Titel und verlässt gemeinsam mit Eva das Feld.
In seiner dritten Inszenierung für die Deutsche Oper am Rhein arbeitet Regisseur Daniel Kramer in einer opulenten Inszenierung den Gleichnis-Charakter von Richard Wagners Oper als Bild einer Gesellschaft heraus, deren Ordnung nicht nur rückwärtsgewandt, sondern ideologisch aufgeladen und gefährlich ist: Regeln werden hier zur Waffe, Tradition zur Ausgrenzung, Gemeinschaft zur Abschottung.
In seiner dritten Inszenierung für die Deutsche Oper am Rhein arbeitet Regisseur Daniel Kramer in einer opulenten Inszenierung den Gleichnis-Charakter von Richard Wagners Oper als Bild einer Gesellschaft heraus, deren Ordnung nicht nur rückwärtsgewandt, sondern ideologisch aufgeladen und gefährlich ist: Regeln werden hier zur Waffe, Tradition zur Ausgrenzung, Gemeinschaft zur Abschottung.
Musikalische Leitung
Inszenierung
Konzeptionelle Mitarbeit
Bühne
Kostüme
Licht
Video
Chris Kondek
Chantal Bergemann
Chorleitung
Dramaturgie
© Moritz Blumentritt
© Moritz Blumentritt
Einen kurzen Einblick in die Oper gibt Ihnen hier Dramaturgin Juliane Schunke. Den Opernführer in der Live-Version können Sie 30 Minuten vor jeder Vorstellung im Foyer erleben.
Dauer: 11:53 Minuten
Dauer: 11:53 Minuten
Albrecht Heberer, IT-Product Owner, ist mit klassischer Musik groß geworden. Als Scout begibt er sich im Austausch mit anderen auf die Suche nach „der Aufführung, bei der alles stimmt“. So empfand er Händels "Giulio Cesare in Egitto" von Vincent Boussard.
© Andreas Endermann
Albrecht Heberer über die Premiere am 17.10.2026:
Was für ein langer, aber beeindruckender Abend, der mich körperlich und geistig an meine Grenzen brachte. Nach anfänglicher Panik angesichts fünfeinhalb Stunden Wagner verzauberte mich die wunderschöne Musik sofort, als sich der Vorhang öffnete. Man muss Wagner zugutehalten, dass er über längere Strecken musikalische Höhepunkte aufzubauen vermag, die mich mit Wucht überwältigen. Gleichzeitig gelang es der Inszenierung mit meisterhaftem Gesang, humorvollen, KI-generierten Videoclips und ästhetisch-realistischen Bühnenbildern, meine Aufmerksamkeit über fünf Stunden hinweg zu halten und mich bei den ausgedehnten Gesangsdialogen immer wieder ins Stück zurückzuholen. Das muss man erst einmal schaffen. Nicht alle inhaltlichen Akzente überraschten dabei gleichermaßen. Besonders in Erinnerung blieb mir jedoch der letzte Akt mit den penibel in Grün gekleideten Soldaten: Die nicht unumstrittene Glorifizierung deutscher Kultur, die von den Nationalsozialisten vereinnahmt wurde, löste in mir Gänsehaut aus. Alles in allem eine sehr empfehlenswerte Aufführung, für die man allerdings eine gewisse Ausdauer mitbringen sollte.
Was für ein langer, aber beeindruckender Abend, der mich körperlich und geistig an meine Grenzen brachte. Nach anfänglicher Panik angesichts fünfeinhalb Stunden Wagner verzauberte mich die wunderschöne Musik sofort, als sich der Vorhang öffnete. Man muss Wagner zugutehalten, dass er über längere Strecken musikalische Höhepunkte aufzubauen vermag, die mich mit Wucht überwältigen. Gleichzeitig gelang es der Inszenierung mit meisterhaftem Gesang, humorvollen, KI-generierten Videoclips und ästhetisch-realistischen Bühnenbildern, meine Aufmerksamkeit über fünf Stunden hinweg zu halten und mich bei den ausgedehnten Gesangsdialogen immer wieder ins Stück zurückzuholen. Das muss man erst einmal schaffen. Nicht alle inhaltlichen Akzente überraschten dabei gleichermaßen. Besonders in Erinnerung blieb mir jedoch der letzte Akt mit den penibel in Grün gekleideten Soldaten: Die nicht unumstrittene Glorifizierung deutscher Kultur, die von den Nationalsozialisten vereinnahmt wurde, löste in mir Gänsehaut aus. Alles in allem eine sehr empfehlenswerte Aufführung, für die man allerdings eine gewisse Ausdauer mitbringen sollte.
Luisa Pinnow über die Premiere am 17.10.2026:
„Die Meistersinger von Nürnberg“ waren für mich ein ambivalentes Opernerlebnis zwischen Tradition und Innovation. Fünf Stunden Gesang zu bewältigen, ist eine „Meistersingerleistung“. Dennoch fiel es mir schwer, emotional in das Geschehen einzutauchen und mitzuschwingen.
Die Musik empfand ich als ausgesprochen schön, stellenweise sanft und verspielt, während die Gesangspartien für mich in den Hintergrund traten. Die Handlung entwickelte sich langatmig und wirkte inhaltlich dünn, während das Bühnenbild bisweilen geradezu überladen erschien. Humorvolle Details lockerten das Geschehen gelegentlich auf und entlockten mir ein Schmunzeln.
Irritierend fand ich hingegen die KI-generierten Bilder und den teils bemüht wirkenden Bezug zum Zeitgeist. Der Versuch, Tradition und Innovation einander gegenüberzustellen und nationalistische Tendenzen aus heutiger Perspektive kritisch zu beleuchten, überzeugte mich trotz aktueller politischer Relevanz nicht.
Am Ende überwog bei mir die Ermüdung: Während ich zeitweise gern die Augen geschlossen hätte, um mich ganz der Musik zu widmen, blieb die Inszenierung für mich ein schwieriger Zugang zu einem musikalisch durchaus reizvollen Werk.
„Die Meistersinger von Nürnberg“ waren für mich ein ambivalentes Opernerlebnis zwischen Tradition und Innovation. Fünf Stunden Gesang zu bewältigen, ist eine „Meistersingerleistung“. Dennoch fiel es mir schwer, emotional in das Geschehen einzutauchen und mitzuschwingen.
Die Musik empfand ich als ausgesprochen schön, stellenweise sanft und verspielt, während die Gesangspartien für mich in den Hintergrund traten. Die Handlung entwickelte sich langatmig und wirkte inhaltlich dünn, während das Bühnenbild bisweilen geradezu überladen erschien. Humorvolle Details lockerten das Geschehen gelegentlich auf und entlockten mir ein Schmunzeln.
Irritierend fand ich hingegen die KI-generierten Bilder und den teils bemüht wirkenden Bezug zum Zeitgeist. Der Versuch, Tradition und Innovation einander gegenüberzustellen und nationalistische Tendenzen aus heutiger Perspektive kritisch zu beleuchten, überzeugte mich trotz aktueller politischer Relevanz nicht.
Am Ende überwog bei mir die Ermüdung: Während ich zeitweise gern die Augen geschlossen hätte, um mich ganz der Musik zu widmen, blieb die Inszenierung für mich ein schwieriger Zugang zu einem musikalisch durchaus reizvollen Werk.
Luisa Pinnow, eine der Jüngsten unter den Opernscouts, ist Medizinische Fachangestellte und angehende Psychologin – da tun sich spannende Bezüge zum Musiktheater auf, denen sie auf den Grund gehen möchte.
© Andreas Endermann
Christine Kubatta, Head of Market Development der Fresenius Hochschule in Düsseldorf, nutzt gern das Kulturangebot der Stadt. Trotz ihres Kunststudiums hatte sie bisher wenig Bezug zum Opernhaus – das möchte sie als Scout für Oper und Ballett ändern.
© Andreas Endermann
Christine Kubatta über die Premiere am 17.10.2026:
Dieser Abend war vor allem eines: viel. Viel Bühne, viel Dauer und eine nie enden wollende Kommunikation, bewundernswert getragen vom Ensemble in knapp fünf Stunden Oper. Glanzpunkt waren die fantastischen Düsseldorfer Symphoniker, die Wagners Klangwelt eindrucksvoll zum Leuchten gebracht haben.
Inszenierung und Bühnenbild machen in dieser Aufführung den zentralen Konflikt zwischen Bewahrung und Erneuerung durchgehend erlebbar: Das in die Gegenwart geholte Bühnenbild im zweiten Akt, das einer geschäftigen Bahnhofshalle gleicht, fordert allein durch die integrierten KI-Einspieler ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit ein. Wie viel Tradition braucht eine Gesellschaft heute und wann grenzt sie dadurch aus? Hans Sachs schafft in seiner Rolle als Vermittler zwischen Tradition und Innovation dem Zuschauenden dabei ein Stück weit Erleichterung. Insgesamt ein Abend, der dem Publikum Ausdauer und Konzentration abverlangt aber zugleich durch seine gedankliche Aktualität und künstlerische Kraft überzeugt.
Dieser Abend war vor allem eines: viel. Viel Bühne, viel Dauer und eine nie enden wollende Kommunikation, bewundernswert getragen vom Ensemble in knapp fünf Stunden Oper. Glanzpunkt waren die fantastischen Düsseldorfer Symphoniker, die Wagners Klangwelt eindrucksvoll zum Leuchten gebracht haben.
Inszenierung und Bühnenbild machen in dieser Aufführung den zentralen Konflikt zwischen Bewahrung und Erneuerung durchgehend erlebbar: Das in die Gegenwart geholte Bühnenbild im zweiten Akt, das einer geschäftigen Bahnhofshalle gleicht, fordert allein durch die integrierten KI-Einspieler ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit ein. Wie viel Tradition braucht eine Gesellschaft heute und wann grenzt sie dadurch aus? Hans Sachs schafft in seiner Rolle als Vermittler zwischen Tradition und Innovation dem Zuschauenden dabei ein Stück weit Erleichterung. Insgesamt ein Abend, der dem Publikum Ausdauer und Konzentration abverlangt aber zugleich durch seine gedankliche Aktualität und künstlerische Kraft überzeugt.
Neena Hartmann über die Premiere am 17.10.2026:
Eine mutige, kreative und ausgesprochen zeitgemäße Inszenierung, die mich sehr beeindruckt hat! Daniel Kramer gelingt es, Richard Wagners historisches Werk mit einer überraschenden Aktualität auf die Bühne zu bringen. Besonders fasziniert haben mich die Videogestaltung von Chris Kondek, die ausdrucksstarken Kostüme und das Zusammenspiel von Licht, Bühnenbild und Musik.
Auch der Einsatz der Livekamera von Chantal Bergemann setzte spannende Akzente. Er erinnerte mich an unsere heutige Welt der sozialen Medien, in der wir Ereignisse ständig festhalten, Bilder teilen und uns selbst inszenieren. Was sehen wir wirklich, und was wird uns durch Bilder vermittelt? Die visuellen Botschaften waren deutlich, ließen dem Publikum aber die Freiheit, eigene Gedanken und Interpretationen zu entwickeln.
Es war eine der längsten Opernaufführungen, die ich bisher erlebt habe. Trotzdem wurde es für mich keinen Moment langweilig.
Was ich persönlich aus diesem Abend mitnehme: Privilegien vergehen, starre Regeln verlieren ihre Macht, doch Kunst und Kultur leben weiter. Für mich liegt genau darin die besondere Leistung dieser Inszenierung: Sie verbindet das Alte mit dem Modernen, ohne die künstlerische Kraft des Originals zu verlieren und zeigt eindrucksvoll, wie lebendig und gesellschaftlich relevant ein klassisches Werk heute sein kann.
Eine mutige, kreative und ausgesprochen zeitgemäße Inszenierung, die mich sehr beeindruckt hat! Daniel Kramer gelingt es, Richard Wagners historisches Werk mit einer überraschenden Aktualität auf die Bühne zu bringen. Besonders fasziniert haben mich die Videogestaltung von Chris Kondek, die ausdrucksstarken Kostüme und das Zusammenspiel von Licht, Bühnenbild und Musik.
Auch der Einsatz der Livekamera von Chantal Bergemann setzte spannende Akzente. Er erinnerte mich an unsere heutige Welt der sozialen Medien, in der wir Ereignisse ständig festhalten, Bilder teilen und uns selbst inszenieren. Was sehen wir wirklich, und was wird uns durch Bilder vermittelt? Die visuellen Botschaften waren deutlich, ließen dem Publikum aber die Freiheit, eigene Gedanken und Interpretationen zu entwickeln.
Es war eine der längsten Opernaufführungen, die ich bisher erlebt habe. Trotzdem wurde es für mich keinen Moment langweilig.
Was ich persönlich aus diesem Abend mitnehme: Privilegien vergehen, starre Regeln verlieren ihre Macht, doch Kunst und Kultur leben weiter. Für mich liegt genau darin die besondere Leistung dieser Inszenierung: Sie verbindet das Alte mit dem Modernen, ohne die künstlerische Kraft des Originals zu verlieren und zeigt eindrucksvoll, wie lebendig und gesellschaftlich relevant ein klassisches Werk heute sein kann.
Neena Hartmann, aufgewachsen in Neu-Delhi, berät als Marketing- und PR-Beraterin zwischen Indien und Deutschland und engagiert sich als Vorsitzende im Düsseldorfer Haus der Kulturen. Von dort will sie Brücken bauen zwischen migrantischer und deutscher Kultur.
© Andreas Endermann



