20.01.–24.02.2024 / Ballett

A Kiss to the World

Dominique Dumais
Sa 17.02.2024
Opernhaus Düsseldorf
19:30 - 21:30
Ballett
99837767564433229
Samstags-Abo 2
Beschreibung
Viel mehr als Mund an Mund!
ca. 2 Stunden, eine Pause
Empfohlen ab 12 Jahren
Ein Kuss ist ein Versprechen, ein Symbol, ein Anfang oder auch ein Ende, flüchtig und doch beständig. Ein Kuss prägt sich ein, in die Haut wie in den Geist. Kaum eine andere Geste scheint so universell, so von Kindheit an natürlich, vom ersten Kuss der Mutter bis zum letzten Kuss des Todes. Der Moment des Anschmiegens zweier Kreise aneinander, eines Himmelskörpers an seine Umlaufbahn, genannt Oskulation vom lateinischen Wort für Küssen, zeigt uns: Wir sind umgeben von einer Welt, die immer wieder in Kontakt tritt, deren Kurven sich immer wieder treffen in dieser einzigartigen Berührung.

Dominique Dumais geht mit ihrer den Körper erforschenden Bewegungssprache in den Dialog mit den Tänzer*innen und kreiert mit dieser Uraufführung erstmals für das Ballett am Rhein.
Musikalische Leitung
Choreographie
Musik
Aleksandra Vrebalov, Georg Friedrich Händel, Wolfgang Amadeus Mozart, Zbigniew Preisner
Bühne / Kostüme
Sounddesigner
Dramaturgie
Klavier
Solo-Viola
Gabriel Bala/Sebastian Bürger
Musik
Aleksandra Vrebalov
Starry night
Danube Etude
Ur Song
Dozivenja Andela (Angelic Incantations)
This Kiss to the Whole World

Wolfgang Amadeus Mozart
Symphonie Nr. 25 in g-Moll KV 183, 1. Satz Allegro con brio

Joseph Haydn
Klavierkonzert D-Dur Hob. XVIII:11/ 2. Satz Un poco adagio

Zbigniew Preisner
Valley of Shadows: Wake Up

Patrick Watson
Lost with you
Je te laisserai des Mots

Ludwig van Beethoven
Klavierkonzert Nr. 5 in Es-Dur op. 73, 2. Satz Adagio un poco mosso

Samuel Barber
Adagio for Strings, op. 11

Georg Friedrich Händel
Suite Nr. 4 HWV 437 in d-Moll, 3. Sarabande
Stimmen unserer Scouts für Oper und Ballett
Am Ende des ersten Aktes überzieht die Bühne eine Projektion von tosenden Meereswellen: Bewegungen auf und ab, ein unendlicher Fluss, fast wie ein großes Ein- und Ausatmen. Diese Choreographie von Dominique Dumais erschien mir wie ein Fluss von Tanzenden, der sich im Strömen entwickelt, Form und Weichheit annimmt und in einer großen Verschmelzung mündet. Was ich nicht zeichnen konnte, war die weit gefasste und inspirierende Musik, von Beethoven bis Patrick Watson. Sie ist zu meiner neuen Playlist geworden.


Die Zeichnungen sind während der Premiere, A KISS TO THE WORLD, Dominique Dumais, entstanden.

-Peter Ripka über die Premiere am 20. Januar in Düsseldorf
Peter Ripka begleitet seine Ballett- und Opernerlebnisse zeichnerisch.
Die Skizzen sind während der Premiere von Demis Volpis "A Kiss to the World" entstanden. Koloriert im Rückblick auf die gewonnen Eindrücke.
Peter Ripka
Alissa Steinseifer
Der gestrige Premierenabend des herausragenden Balletts „A Kiss to the World“ endete mehr als verdient mit Standing Ovations und minutenlangem Applaus. In den vorangegangenen zwei Stunden überzog mich wiederholt eine Gänsehaut, hervorgerufen durch die tiefe Symbiose aus gefühlvollem Tanz und ergreifender Musik, angefangen bei Klassikern wie „Adagio for Strings“, über den Gesang von Bogdana Bevziuk bis zu modernen Stücken des Singer-Songwriters Patrick Watson.
Auch das Bühnenbild und die sorgfältig gewählten Effekte wirkten in ihrer Gesamtkomposition ausgesprochen stimmig, nie übertrieben und entsprachen durch ihre Zartheit genau dem Thema des Abends. Besonders beeindruckend fand ich das Spiel von Licht und Schatten hinter den durchsichtigen Tüchern sowie den Vorhang mit dem Rauschen des Meeres und den darauf abgestimmten Tanz des erstklassigen Ensembles.

- Alissa Steinseifer über die Premiere am 20. Januar 2024 in Düsseldorf
In einem strengen, an Industriearchitektur angelehnten Bühnenbild fängt das Stück zu Beginn die Hektik unserer schnellen Welt ein. In den ersten Szenen spielt sich das Geschehen ab, wie auf einem Großbahnhof um 7:00 Uhr morgens. Szene um Szene, untermalt mit unterschiedlichster fantastischer Musik von verschiedensten Komponisten wie u.a. Mozart, Beethoven, Hayden, Barber und Händel, visualisieren die Tänzerinnen und Tänzer gekonnt die universelle Sehnsucht nach Liebe, die in vielfältigen Formen präsentiert wird – von einer liebevollen Umarmung, über Umklammerungen und auseinandergehende, harmonische Bewegungen bis hin zu Küssen in allen Sprachen - und das sogar sprichwörtlich. Alles zusammen wirkt sehr poetisch: visuell wie akustisch.
In politisch aufreibenden Zeiten wie diesen interpretiere ich das Stück nicht nur als Hommage an die Liebe, sondern vielmehr als Hinweis und Motivation, für unsere freiheitlich demokratischen Grundwerte einzustehen. Offenheit und Hilfe, Zuneigung und Zärtlichkeit, bei denen Herkunft und Geschlecht keine Rolle spielen – dass Liebe und Menschlichkeit als höchstes Gut betrachtet werden: All das sehe ich in dieser wirklich emotionalen Inszenierung.
-Benjamin Arndt über die Premiere am 20. Januar 2024 in Düsseldorf
Benjamin Arndt
Anna von Aulock
Ich starre auf die steifen Bewegungen des Mannes im Anzug; er wirkt wie gefangen und die Vorbeihastenden scheinen es nicht zu bemerken. Ich halte den Atmen an. Kontraktion und dann die Erleichterung; ein Moment in dem sich die Anspannung von Kostüm, Licht und Bühnenbild in die luftige Intimität eines Zuhause verwandelte. Isolierte Bewegungen, ein Pulk, dann ein sich wiegendes Paar und ein Ensemble, dass mir einladend die gespitzten Lippen entgegenstreckt; Gelächter!
Ich zucke nervös auf. Das was da vorne passiert, ist mehr als Katharsis; es ist als wäre ich mitten drin. Voller Schmetterlinge im Bauch beobachte ich das verliebte Paar und spüre im nächsten Moment die gegenwärtige Leere einer zerbrochenen Beziehung. Dann verändert sich wieder alles; fremde Klänge verwandelt sich in bekannte Klassiker. Plötzlich ist die Bühne proppenvoll und was als individueller Ausdruckstanz begonnen, entwickelt sich fast natürlich zu einer beeindruckenden Choreografie. Ich wippe in meinem Sitz auf und ab und versuche dem Drang zu widerstehen einfach auf die Bühne zu springen und mitzutanzen.
Dann fällt der Vorhang. Ich bin sprachlos. Es war als hätten mir die Tänzer und Tänzerinnen mit ihrer Darbietung einen Kuss zugeworfen. Ich gehe schmunzelnd nach Hause; Bilder und Töne begleiten mich - wie ein Kuss den man noch lange auf den Lippen spürt.

- Anna von Aulock über die Premiere am 20. Januar 2024 in Düsseldorf
Ein Kuss kann sehr magisch sein. Zwei Menschen, die einen sehr intimen Moment miteinander teilen, sich vielleicht kurz darin verlieren. Genau dieses Gefühl, fängt der Ballettabend „A kiss to the world“ ein. Wie gefesselt sitze ich auf meinem Platz und schaue gebannt zu, wie sich auf der Bühne Gruppen formieren, Paare herauslösen, Intimität entsteht. Die Sehnsucht nach Liebe und Berührung schwappt in den Zuschauerraum über und legt sich wie eine Art Schleier über das Publikum. Mit einer ganz besonderen Simplizität schafft es Dominique Dumais gemeinsam mit den Tänzer*innen ein unfassbar berührendes Ballett entstehen zu lassen, in welches man sich hineinfallen lassen kann und allein schon beim Zuschauen zärtlich berührt wird.
-Lian Heüveldop über die Premiere am 20. Januar 2024 in Düsseldorf
Lian Heüveldop
Ballettführer Audio
Einen kurzen Einblick in die Produktion „A Kiss to the World” und ihre Hintergründe gibt Ihnen hier Dramaturgin Julia Schinke. Den Opernführer in der Live-Version können Sie 30 Minuten vor jeder Vorstellung im Foyer erleben.

Dauer: 08:06 Minuten

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