09.01.-12.04.2026 / Oper

Turan­dot

Giacomo Puccini
Fr 20.03.2026
Theater Duisburg
19:30 - 22:00
Oper
69594939302417
Termine
18:30 - 21:00
Wiederaufnahme Oper
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Klassik Abo, Wechselnde Wochentage-Abo E
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Oper
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Beschreibung
Nur wer das Rätsel der stolzen Prinzessin löst, erobert ihr Herz. Opulent-düsteres Opernmärchen mit dem Welthit „Nessun dorma“.
Dramma lirico in drei Akten
Libretto von Giuseppe Adami und Renato Simoni
Aufführung der von Franco Alfano ergänzten Version

Eine Koproduktion mit dem National Kaohsiung Center for the Arts (Weiwuying), Taiwan
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
ca. 2 ½ Stunden, eine Pause
Empfohlen ab 14 Jahren
Drei Rätsel muss derjenige lösen, der die ebenso schöne wie eiskalte Prinzessin Turandot zur Frau begehrt. Wer sie nicht besteht, wird mit dem Tod bestraft. Doch der im Reich unbekannte Prinz Kalaf besteht die Mutprobe. Verzweifelt sucht Turandot einen Ausweg, der Ehe mit dem verhassten Mann zu entgehen… Mit „Nessun dorma“ schuf Puccini eine der bekanntesten Tenor-Arien der Opernliteratur. Für den taiwanesischen Regisseur Huan-Hsiung Li ist Puccinis Oper ein Märchen, das er in Form eines Traums erzählt, der in die alte Yuan-Dynastie zurückdriftet.
Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühne
Kostüme
Video / Media Design
Chorleitung
Dramaturgie
Besetzung
Turandot
Altoum
Timur
Pang
Mandarin
Tänzerin
Yasha Wang
Extrachor
Extrachor
Kinderchor
Regisseur Huan-Hsiung Li über seine Inszenierung
TURANDOT – EIN EXOTISCHER TRAUM
Es ist ein Traum – ein exotischer Traum voller Romantik und Grausamkeit. So wird Giacomo Puccinis „Turandot“ von den meisten Leuten gedeutet. Die Oper in drei Akten wirkt surreal, die Szenen sind nicht historisch wahr und den Figuren fehlt es an überzeugenden Motivationen, um die unerwarteten Wendungen der Handlung immer glaubwürdig zu machen. Manches ist ohne Zusammenhang und manches bewusst skurril. Es muss also ein Traum sein. Auch im Libretto kommen Bilder des „Traums“ und des „Schlafes“ immer wieder vor. Die Verbotene Stadt (in „Turandot“ wird sie nach ihrer wörtlichen Bedeutung die „Violette Stadt“ genannt), wo allen der Schlaf verboten wird, wo alle wie im Traum wandeln – wie sollte dies keine Traumszenerie sein? Aber wessen Traum ist es? Und ist es ein süßer oder eher ein Alptraum?


Ich habe mir zunächst eine verregnete, überflutete Stadt und viele Regenschirme vorgestellt – ohne eine genaue Zeit- oder Ortsangabe. Dann bin ich dem Originaltext gefolgt und sah einen Vorort außerhalb der Verbotenen Stadt Beijings (in „Turando“ Peking) vor mir: China in der Yuan- Dynastie (obwohl damals weder der Name „Violette Stadt“ noch „Peking“ existiert hat). Es regnet in Strömen und die Menschen aus dem 13. bzw. 14. Jahrhundert halten moderne Schirme in der Hand. Historische Fragen und logische Überlegungen sind wie weggespült. Stattdessen sehen wir die fließenden Bewegungen der Tintezeichnung, die sich mit verschiedenen scharfen oder weichen Konturen der chinesischen Kalligraphie vermischen. Das Biegsame des Traums ist in eine Flut von Zeichen eingegangen und entfaltet auf einer Schriftrolle die ganze Welt – unermesslich und doch auch schlicht in ihrer allgegenwärtigen Symbolik. Durch Traumbilder kann man den Mangel an Details in der „Turandot“-Handlung begründen,
aber sie erklären weder die Ungenauigkeit der historischen Fakten noch die plötzlich auflodernde Leidenschaft oder eine Liebe ohne zärtliches Empfinden, um die es hier geht. Ein Traum bietet jedoch eine Alternativ-Perspektive, um das Begehren, die Angst, die Konflikte und Hoffnungen bis hin zur Versöhnung und Vereinigung zu projizieren. So kann man meine „Turandot“-Interpretation betrachten.Ich habe diesen Traum einer jungen Frau unserer Zeit anvertraut. Sie ist 30 Jahre alt oder auch jünger, gehört nicht zur Originalhandlung, aber sie ist immer da, irgendwo versteckt, wo keinersie sehen kann. Sie könnte in Hongkong oder Taipei leben, jedenfalls in einer Stadt, die sich in einem angespannten Verhältnis zu Beijing befindet. Die Stadt scheint durch eine ähnliche Kultur mit der chinesischen Hauptstadt verbunden, aber Geschichte und Politik haben sie voneinander getrennt. Das Leben der jungen Frau wird mehr oder weniger von der Großmacht beeinflusst. Diese Frau ist kein Einzelschicksal. Die ganze Welt wird mit einer ähnlichen Situation konfrontiert, besonders im Westen. Heutzutage muss die Grenze, die zwischen Ost und West existiert, neu definiert werden. Hoffnung und Blut sind die Lösungsworte der ersten beiden Rätsel. Aber worauf deuten sie – auf die Vergangenheit oder die Zukunft? Sind sie voller Leidenschaft oder Hass? Ich sehe in dem Aufstieg von China eine neue Turandot, die wir sowohl lieben wie auch hassen können. Jeder redet vom diesem Aufstieg, aber wie soll man damit umgehen? Bevor Turandot ihre Fragen stellt, erzählt sie von dem Schicksal ihrer Urahnin. Wir werden an die Vergangenheit erinnert. Das sind keine glorreichen Zeiten oder glückliche Erinnerungen. Da gibt es Furcht, Erniedrigung und Feindschaft, genau wie in der Geschichte Chinas. Wir können nicht sagen, dass die neue Turandot die Welt nicht liebt, aber sie besteht auf Prüfungen. Und eine Prüfung ist immer auch riskant. Wenn Chinas Aufstieg an die Macht die Welt zum Verlierer macht, dann wird die Liebe der Prinzessin ein verzweifeltes Ende finden.

„Turandot“ ist ein politisches, historisches, wirtschaftliches und kulturelles Märchen für Erwachsene. Es ist eine Fabel von Vernichtung und Wiederauferstehung. Es ist ein Traum, der ein modernes Volk im Schlaf heimsucht. Es geht nicht darum, unser Leben zu opfern, sondern uns ehrlich dazu zu stellen, dass Turandot das flammende Eis („il gelo che da foco“) ist und dass Kalaf, der Prinz aus einem fernen Land, die Liebe genannt werden könnte. Bin ich zu optimistisch? Vielleicht. Aber es ist auch der Traum, der in Puccinis Musik festgehalten ist. Puccini ist aus seinem Traum nicht erwacht. Ihm fehlt die Zeit, seine Oper zu Ende zu schreiben. Ein Romantiker mag vom Zustand der
Welt erdrückt werden, aber sein ewiger Ruf nach Liebe ist die Wärme und die Erlösung, worauf wir nicht verzichten können. Das ist mein Ausgangspunkt für diesen großen Klassiker. Eine junge Frau unserer Zeit reflektiert in ihrem beklemmenden Traum die vielschichtigen Gefühle, die sie und die Welt China gegenüber empfinden. Sie erlebt Turandot, die sich nach der Versöhnung für die Liebe statt Macht entscheidet und vom Thron abdankt. Der Traum kommt zum Ende und die junge Frau läuft auf den Schluss zu. Unmittelbar bevor sie aufwacht, dreht sie sich um und lächelt.

15. März 2015
Taipei, Taiwan
Handlung
1. AKT
Vor den Mauern der alten Kaiserstadt versammelt sich das Volk von Peking. Ein Mandarin verliest den königlichen Erlass, wonach die Prinzessin Turandot jedem, der sie zur Frau begehrt, drei Rätsel aufgibt. Gelingt dem Freier die Lösung der Rätsel nicht, ist er zum Tode verurteilt. Diesmal wird ein junger Prinz aus Persien dem Henker übergeben. Inmitten der aufgepeitschten Menge begegnet der alte Tatarenkönig Timur, der in Verbannung leben muss und von der Sklavin Liù begleitet wird, seinem todgeglaubten Sohn Kalaf. Sie werden Zeugen, wie Turandot die Hinrichtung des persischen Prinzen befiehlt. Kalaf ist vom Anblick der schönen Prinzessin überwältigt und fest entschlossen, um sie zu werben. Weder sein Vater, noch die ihm zugetane Liù oder die drei Minister Ping, Pang, Pong können ihn davon abhalten.

2. AKT
Ping, Pang und Pong sind der vielen Exekutionen überdrüssig und wünschen sich ein Ende des grausamen Spiels. Doch schon versammelt sich die Menge zu einer neuen Rätselzeremonie. Der Kaiser Altoum und Turandot erscheinen. Die Prinzessin verkündet, dass sie mit der Rätselprobe den Tod ihrer Ahnin Lou-Ling rächen will, die einst von einem Fremden missbraucht und umgebracht worden war. Niemandem soll es gelingen, Turandot als Braut heimzuführen. Dann gibt sie Kalaf drei Rätsel auf. Kalaf antwortet ihr mit den richtigen Lösungsworten: „Hoffnung“, „Blut“ und „Turandot“. Die Prinzessin ist besiegt. Doch Kalaf will ihre Liebe nicht erzwingen. Er gibt ihr die Chance, bis zum Morgengrauen seinen Namen zu erraten. Dann wäre sie frei und er bereit zu sterben.

3. AKT
Unter Androhung von Tod und Folter hat Turandot befohlen, dass niemand in dieser Nacht schlafe, bis der Name des Fremden herausgefunden sei. Ping, Pang und Pong versuchen, Kalaf zu bestechen, damit er seinen Namen preisgibt. Timur und Liù werden herbeigeschleppt. Um ihren Herrn zu schützen, behauptet Liù, sie allein kenne den Namen des Fremden. Daraufhin wird sie gefoltert. Turandot ist von der Standhaftigkeit der jungen Frau beeindruckt. Dennoch befiehlt sie, ihr das Geheimnis gewaltsam zu entreißen. Liùs Selbstmord scheint Turandot nicht zu rühren. Erst als Kalaf sie küsst und ihr seinen Namen verrät, schmilzt das Eis. Kalafs Liebe hat über Turandots Hartherzigkeit gesiegt.
Opernführer Audio
Giacomo Puccinis letzte Oper »Turandot« ist ein vielschichtiges Klangkunstwerk von großer emotionaler Wucht und musikalischer Farbenpracht. Das Märchen um die eiskalte Prinzessin ist sowohl hochdramatisch als auch eine spannende Parabel über die Kraft der Liebe. Einen kurzen Einblick gibt Dramaturgin Juliane Schunke.

Dauer: 7:12 Minuten

Den Opernführer in der Live-Version können Sie 30 Minuten vor jeder Vorstellung im Foyer erleben.




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