10.11.2022–14.01.2023 / Ballett

Krabat

Ballett nach einem Buch von Otfried Preußler
Demis Volpi
Mo 19.12.2022
Opernhaus Düsseldorf
11:00 - 14:00
Ballett
Termine
19:30 - 22:30
Ballett
10993877564524028
Kleines Abo 2, Wechselnde Wochentage-Abo 3
18:30 - 21:30
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19:30 - 22:30
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15:00 - 18:00
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Im Anschluss: Nachgefragt
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Wechselnde Wochentage-Abo 2
19:30 - 22:30
Ballett
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Freitags-Abo
19:30 - 22:30
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Restkarten an der Abendkasse
Samstags-Abo 2
Beschreibung
ca. 3 Stunden, zwei Pausen
Empfohlen ab 10 Jahren
Als der Waisenjunge Krabat die Mühle im Koselbruch das erste Mal betritt, ahnt er noch nicht, welche Geheimnisse hier vom mysteriösen Müllermeister gehütet werden. Die zwölf Lehrjungen, die dort unter knarzenden Balken Mehlsäcke stapeln, werden nämlich nicht nur in irdischem Handwerk, sondern auch in der Kunst der schwarzen Magie unterrichtet. Krabat findet hier schnell Anschluss, doch etwas stimmt nicht: Jahr um Jahr stirbt einer der Mühlknappen auf ungeklärte Art und Weise: Die Kraft des Meisters, der sich bösen Kräften verschrieben hat, fordert ihren Tribut.

Der einzige Ausweg ist die Liebe eines Mädchens zu einem der Lehrjungen. Kein Wunder, dass die Kantorka, die Krabat immer wieder heimlich im Wald trifft, Hoffnung auf ein Ende der teuflischen Machenschaften des Meisters weckt. Doch wird Krabat bereit sein, seine Liebe in Gefahr zu bringen?

2013 präsentierte Demis Volpi mit „Krabat“ sein erstes abendfüllendes Handlungsballett auf Grundlage des legendären Jugendbuchs von Otfried Preußler am Stuttgarter Ballett und erschuf damit eine Choreographie, die sofort zum generationsübergreifenden Publikumsliebling avancierte. Nun wird dieser Abend über Magie, Freiheit und die Kraft der Liebe seinen Zauber auf der Bühne im Opernhaus Düsseldorf entfalten.
Krabat
Uraufführung am 22. März 2013, Stuttgarter Ballett, Opernhaus Stuttgart

Choreographie
Musik
Pēteris Vasks, Philip Glass, Krzysztof Penderecki
Musikalische Leitung
Bühne und Kostüme
Libretto
Gesang Solistin
Gesang Kinderchor
Akademie für Chor und Musiktheater e.V.
Besetzung
Herr Gevatter
Der Meister
Die Kantorka
Worschula
Pumphutt
Juro
Michal
Witko
Lyschko
Weitere Gesellen
Solovioline
Sara Domjanic/Dragos Manza
Vionline 2
Silke Volk
Viola
Yuri Bondarev/Christian Atanasiu
Solovioloncello
Zoltan Paulich
Stimmen unserer Scouts zu "Krabat"
Lian Heüveldop
Ein bisschen Magie, ein wenig Schaudern und viele Emotionen. Der Ballettabend bietet alles für diejenigen, die sich komplett in einer schaurig-schönen Fantasiewelt verlieren wollen. Mit Krabat schafft es Demis Volpi genau die richtige Balance zwischen Entertainment und Ernsthaftigkeit zu kreieren. Er erzeugt große Momente und beeindruckende Bilder, aber lässt auch Raum für das Detail und Augenblicke der Intimität. Emotionale Pas de deux und Soli bringen eine ganz besondere Ruhe in die sonst so bedrückende und geheimnisvolle Welt der Raben. Dabei ist es herrlich die Entwicklung des jungen und anfänglich naiven Krabat über den Abend hinweg begleiten zu dürfen und zu beobachten, wie sich nicht nur die Beziehung zwischen ihm und dem Meister verändert, sondern auch wie kraftvoll seine Bewegungen schlussendlich vertanzt werden. Obwohl der gleichnamige Roman vor fast 50 Jahren veröffentlicht wurde, trifft der Ballettabend definitiv den Zahn der Zeit und hinterlässt nachhaltig seine Spuren.


Ich gebe zu, ich habe als Kind Krabat geliebt! Wie geht es dem Müllerburschen heute?
Zuerst pure Begeisterung für den faszinierenden Lesestoff und seine zauberhafte Umsetzung in Bühnenbild, Kostümen, Musik, Licht, es packt einen schauderhaft und gebannt „im Maschinenraum der Gesellschaft.“ Macht, Gier, Bösartiges, Verzweiflung, die Suche nach dem Lebensglück, Hilflosigkeit, Hoffnung und letztlich die Liebe sind nicht allein in der Pubertät, sondern in möglichen Transformationen auf die politischen Umtriebe und falschen Zauberer allerorten.
Der 2. Akt mit einem karnevalesken Pumphutt ließ mich arg zweifeln an der Energie des Gesamten, aber im 3. Akt wurden die effektvollen Register erneut gezogen und auch das Ballett als Gemeinschaft, insbesondere die Männerfiguren, zeigten vieles der wertgeschätzten Qualitäten. Harry Potter, Dolby Surround und Hollywood lassen insgeheim grüßen. Etwas reißerisch, dennoch ein familientaugliches Handlungsballett.

Dr. Gregor Jansen

Alissa Steinseifer
Ein erdrückendes Bühnenbild aus unzähligen Mehlsäcken, dunkle Licht-Atmosphäre, das Rattern der Mühle, gepaart mit Musik, die einem das Blut gefrieren lässt - in dieser Szenerie wird man Zeuge davon, wie der Meister (grandios gespielt von Damián Torio) den Willen der Burschen bricht und seine Macht spielen lässt.
Neben dem Bühnenbild haben mich vor allem die Rabenkostüme absolut begeistert, die gerne noch häufiger zum Einsatz hätten kommen können. Ebenfalls sehr gut hat mir der Einsatz „echter“ Magie gefallen, mit der ich in keiner Weise gerechnet hatte. Unerwartet, aber sinnvoll eingesetzt waren auch die gegensätzlichen Tanzstile, die das Leben in der Mühle klar von der heilen Welt im sonnendurchfluteten Wald trennten.
Ein Abend, der ganz anders verlief als erwartet und mich als Zuschauerin positiv das Ballett verlassen lässt: Am Ende siegt die Liebe von Kantorka zu Krabat über den Meister. Ein Ausgang, den man sich, übertragen auf heutige Zeiten, in so unzähligen Kontexten wünscht.


Heute sehe ich also Ballett. Das ist bisher nie kultureller Fokus für mich gewesen. Aber ich wollte es unvoreingenommen auf mich wirken lassen. Vorhang auf, los geht’s! Ich bin beeindruckt von der ersten Sekunde an.
Vor allen Dingen von der imposanten Kulisse, welche durch eine haushohe Stapelung unzähliger Mehlsäcke stilisiert den Innenraum einer Mühle darstellt. Das dazu passend abgestimmte Lichtkonzept und Nebelschwaden wirken mystisch und versprechen eine Menge Spannung. Es ist fast gruselig. Genau nach meinen Geschmack. Ich möchte mehr erfahren.
Vorab war ich auf viel klassisches Ballett eingestellt. Davon sieht man zu meiner Überraschung doch viel weniger als gedacht. Allerdings das, was dargeboten wird, macht Spaß und ist toll aufgeführt. Äußerst interessant, wie viel Handlung man ohne Gesang oder Sprache mit Tanz vermitteln kann. Denn die kurz vorab im Begleitheft gelesene Story konnte ich bis auf wenige Ausnahmen durch die gelungene Inszenierung gut nachvollziehen. Klasse. Diese drei Stunden sind tatsächlich recht kurzweilig und wirklich tolle Unterhaltung. Ein guter Einstieg für Ballett-Newbies wie mich.

Benjamin Arndt

Anne Florack
Wo waren Sie im Morgengrauen des zehnten Novembers? Ich weiß es. Also nicht, wo Sie waren. Aber wo ich war. An jenem Morgen saß ich bei kalt gewordenem Tee am Küchentisch und las das letzte Kapitel von Otfried Preußlers Krabat. Die Premiere von Demis Volpis Inszenierung stand am Abend bevor und ich wollte die Vorlage noch mal kurz zur Hand nehmen. Daraus wurde ein Nicht-mehr-weglegen-können. Später sah ich ein Handlungsballett, das vor allem im letzten Akt derart leuchtete, dass man fast vergaß, dass der Mittelteil ein wenig an Farbe verlor. Gerührt war ich, als Katharina Müllner im Wechsel zur bewusst spröden Mühlen-Musik und den strangen Streichern das Lied „Die Gedanken sind frei“ zu dirigieren begann und damit eine Mixtur lieferte, die daran erinnerte, wie nah Verzweiflung und Hoffnung beieinander liegen. Wie bei Preußler führten auch auf der Bühne Zutrauen und Liebe am Schluss in die Freiheit. Eine Botschaft, die in der von Widrigkeiten geschüttelten Gegenwart kräftig nachhallt.

Inszenierungen, die einen Roman zur Vorlage haben, müssen oft Kompromisse eingehen. In diesem Fall, Preußlers Meisterwerk, eine ganz besondere Herausforderung! Wir erleben in schneller Folge die Aufnahme Krabats in die Mühle, ausgelassene Liebe, dann verbotene Liebe, Strafe mit dem Tod. Die getanzten Bilder kommunizieren eindrücklich ganz ohne Worte. Im zweiten Akt wird die Maloche in der Mühle immer bedrückender, die Musik ist starker Tobak und die Arbeit der Müllerburschen gerät zeitweise zu einer Step Class. Im Duell mit dem Meister entgleitet das Stück in ein Potpourri der Kulturen mit Cowboys, Samurai und anderen Figuren, in die sich der Kontrahent verwandelt. Und immer wieder fordert das ultimative, hier weiblich dargestellte Böse, eine Art Darth Vader, in einem leuchtend roten Kostüm schwebend, seinen Tribut, bevor Kantorka ihren Liebsten unter elf anderen Burschen, allesamt in Raben verzaubert, blind, allein von ihrer Liebe geleitet, erkennt und dadurch dem Spuk ein Ende bereitet.
Wer Krabat in seiner Vielschichtigkeit begreifen möchte, sollte den Roman lesen; wer eine abwechslungsreiche tänzerische Darbietung der Handlung in einer zeitgenössischen Lesart bevorzugt, ist in der Düsseldorfer Oper richtig. Das Ensemble führt uns körperlich vor Augen, dass Entscheidungen im Leben zwar folgerichtig, aber auch teuer und tragisch sein können. Allein um unsere Unterscheidungsfähigkeit zwischen gut und schlecht, richtig und falsch zu üben, sollten wir dieses Ballett unbedingt tanzen sehen!

Dr. Markus Brandstetter

Peter Ripka
Turmhoch gestapelte Mehlsäcke verwandeln den Bühnenraum in die Schule der dunklen Künste. Wie hier Tänzer*innen, Musiker, Bühnen- und Kostümgestalter*innen die Geschichte um den Waisenjungen Krabat auf die Bühne bringen ist spektakulär. Die Musik ist eindringlich. Stakkatoartig wiederkehrende Klänge wechseln mit monotoner, speziell aufgenommener Mühlenmusik. Fasziniert erlebe ich, wie die Tänzerinnen und Tänzer den Dialog mit Musik und Handlung aufnehmen. Sie rackern, leiden und sterben. Sie geben einfach alles. Mein Zeichenstift folgt den knechtenden Mühlengesellen, den zwingenden Bewegungen des Mühlenmeisters und seinem magischen Kräftemessen mit Pumphutt. Der glitzernden Auftritt des Gevatter kommt ebenso plötzlich wie unerwartet. Mit ernsten Folgen - wie sich im weiteren zeigt. Als die Tänzerinnen der Compagnie zur Musik des Volksliedes „die Gedanken sind frei“ einschweben muss ich innehalten. Der emotionale Kontrapunkt zu all der Mehlsack-Plackerei berührt mich sehr.
Demis Volpi schafft mit Krabat hoch aktuelles, berührendes Handlungsballett. Durchdrungen von Tiefgang, Humor und Leichtigkeit.

Ein emotionaler Höhepunkt zu all der Mehlsack-Plackerei. Die Tänzerinnen des Ensembles zur Musik des Volksliedes „Die Gedanken sind frei“.

Ballettführer Audio
Einen kurzen Einblick in den Ballettabend „Krabat” und seine Choreographie gibt Ihnen hier Dramaturgin Julia Schinke. Den Ballettführer in der Live-Version können Sie 30 Minuten vor jeder Vorstellung im Foyer erleben.

Dauer: 8:05 Minuten


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