12.06.–26.06.2022 / Oper

Macbeth

Giuseppe Verdi
Fr 24.06.2022
Theater Duisburg
19:30 - 22:15
Oper
76665646362719
Kleines Abo, Wechselnde Wochentage-Abo D
Termine
18:30 - 21:15
Oper
76665646362719
Gemischtes Abo I
18:30 - 21:15
Premiere Oper
10993877564524028
Premieren-Abo Düsseldorf
10993877564524028
Neuproduktionen-Abo
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Sonntags-Abo
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Mittwochs-Abo
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Freitags-Abo
10993877564524028
Wechselnde Wochentage-Abo 1
Beschreibung
Melodramma in vier Akten
Pariser Fassung von 1865
Text von Francesco Piave mit Ergänzungen von Andrea Maffei nach „The Tragedy of Macbeth“ von William Shakespeare
Eine Koproduktion mit der Opera Vlaanderen
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
ca. 2 ½ Stunden, eine Pause
Empfohlen ab 16 Jahren
„Macbeth“ nach Shakespeares vielgespieltem Drama ist ohne Zweifel das dämonischste Werk von Giuseppe Verdi (1813–1901). Es handelt von der vergänglichen Natur der Macht und zeigt, wie eine Kette von Gewalt, Terror und Paranoia entsteht und einen achtbaren Kriegsmann zu einem Tyrannen und hilflosen Schlächter werden lässt. Durch die Prophezeiungen von Hexen wird Macbeth von einem beispiellosen Ehrgeiz und Machthunger befallen, den seine Frau noch schürt und gefährlich aufheizt. Doch mit der Macht wächst die Schuldenlast und mit der Zahl der Verbrechen der Wahnsinn.
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„Macbeth“ war im Kontext der damaligen französischen und italienischen Opernpraxis ein gewagtes Vorhaben ob seines grausamen Inhalts und des Mankos, keine für die Oper obligatorische Liebesgeschichte zu enthalten. Es sind die kranken Geister der beiden Protagonisten, die das Drama und die Musik beherrschen und beides in ungewohnter Schlüssigkeit miteinander verbinden.

Michael Thalheimer widmet sich nach seiner eindringlichen Interpretation von „Otello“ nun erneut einer auf dem großen englischen Dramatiker William Shakespeare fußenden Verdi-Oper. Wie kommt die Gewalt in den Menschen? Wie das Gift, das Jago dem anfechtbaren Otello einträufelt, spiegeln jetzt die Prophezeiungen der Hexen die menschlichen Triebe, die sich entladen und zu Wahnsinn und Tod führen.
Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühne
Kostüme
Chorleitung
Besetzung
Lady Macbeth
Macduff
Malcolm
Diener des Macbeth, Arzt, Mörder, Apparizione
Kammerfrau der Lady Macbeth
Solo-Hexe
Annette Hörle
Fleance
Adam von Westerholt
Apparizione
Josefine Nagerski/Elsabeth Gehrmann, Marie-Sophie Tétard
König Duncan
Norbert Kaulhausen
Kinderchor
Akademie für Chor und Musiktheater e.V.
Stimmen unserer Scouts zu "Macbeth"
Isabel Fedrizzi
Ein düsterer "Macbeth" ist es, so dunkel wie seine abgründige „mörderische“ Seele selbst und wird dem blutrünstigen Inhalt des Librettos sehr gerecht. Wer den "Otello" gesehen hat, wird sich in der aufs Wesentliche reduzierten Art des „Opernmachens“ auch hier begeistert wiederfinden. Ein großes graues dominantes Bühnenbild, eine schlichte farblose weite „Wanne“, wird zur Projektionsfläche für die ganze Oper: mal geheimer Rückzugsort, mal öffentlicher Raum. Farbig wird alles durch die unglaublich fesselnden Protagonisten, die nicht nur berückend schön singen, sondern ihre Rollen so überzeugend spielen, dass man jeden Moment mitgerissen ist, mit auf die emotionale Höllenfahrt geht. Man taucht ganz ein in Verdis gewaltige Musik, wunderbar gespielt von den Duisburgern, die Stimmen nehmen restlos gefangen. Mit reduzierten Mitteln (geschickte Lichtregie, stimmige Requisiten) entsteht eine atmosphärisch dichte und intensive Opernaufführung, die man auf keinen Fall verpassen sollte. Unbedingt ansehen!
"Macbeth" ist eine dunkle, fast beklemmende Oper, ein Drama, eine Tragödie. Obwohl mir Opern mit einem Liebesduett, wie sie ja gerade von Giuseppe Verdi zahlreich komponiert wurden, viel besser gefallen, war ich von diesem Opernabend restlos begeistert. „Großes Theater“ in Vollendung, so habe ich die gesamte Aufführung empfunden.
Mit dazu beigetragen hat die ausgezeichnete Inszenierung durch Michael Thalheimer, der es verstand Shakespeares Werk in der Darstellungsform als eine Verdi-Oper politisch zeitlos und universell zu inszenieren. Herrschen, Macht skrupellos ausüben und grausamst zu morden sind zur Zeit für uns ebenfalls so traurig aktuell wie selten. Aus Machthunger entsteht Gewalt, Krieg und nicht selten am Ende bei denen, die sie ausüben, Wahnsinn.
Diese brutale Gefühlswelt wurde perfekt passend in das Bühnenbild von Henrik Ahr durch einen Hexenkessel dargestellt. Ewa Plonka als Lady Macbeth hat mich besonders berührt. Ihre Auftrittsarie erzeugte Gänsehaut bei mir. Nicht weniger beeindruckend waren die Stimmen von Hrólfur Saemundsson als Macbeth und Bogdan Talos als Banco. Überragender Protagonist dieser Oper war der Hexen-Chor. Fantastisch diese Stimmgewalt sowohl der Damen als auch der Herren im Chor. Ein großes Kompliment an den Chorleiter Gerhard Michalski.
Diese "Macbeth"-Aufführung lohnt sich nach meiner Meinung anzuschauen und anzuhören. Ich überlege mir ein zweites Mal diesen Opernabend zu gönnen.
Dagmar Ohlwein
Opernführer Audio
Einen kurzen Einblick in die Produktion „Macbeth” und ihre Hintergründe gibt Ihnen hier Dramaturgin Anna Grundmeier. Den Opernführer in der Live-Version können Sie 30 Minuten vor jeder Vorstellung im Foyer erleben.

Dauer: 07:30 Minuten


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