17.10.-06.12.2026 / Oper
Die Meistersinger von Nürnberg
Richard Wagner
So 06.12.2026
Opernhaus Düsseldorf
17:00 - 22:20
Zum letzten Mal in dieser Spielzeit Oper
17:00 - 22:20
Oper
17:00 - 22:20
Oper
17:00 - 22:20
Zum letzten Mal in dieser Spielzeit Oper
„Wahn, überall Wahn“ – ein Meister-Werk
Oper in drei Aufzügen
Libretto vom Komponisten
Libretto vom Komponisten
Der junge Ritter Walther von Stolzing liebt Eva, die nur den Sieger eines Meistersinger-Wettstreits heiraten darf. Da Walther die strengen Regeln nicht beherrscht, scheitert er zunächst. Doch der Schuster und Dichter Hans Sachs, humanistischer Dreh- und Lichtpunkt der reaktionären Stadtgesellschaft, erkennt Walthers Talent für die Kunst, und versucht, in die erstarrten Regeln der Gemeinschaft hinein den Konflikt zwischen Tradition und Neuerung zu lösen. Gegen alle Widerstände und Beckmessereien gewinnt Walther schließlich den Wettbewerb durch Sachs’ Hilfe, verzichtet jedoch auf den Titel und verlässt gemeinsam mit Eva das Feld.
In seiner dritten Inszenierung für die Deutsche Oper am Rhein arbeitet Regisseur Daniel Kramer in einer opulenten Inszenierung den Gleichnis-Charakter von Richard Wagners Oper als Bild einer Gesellschaft heraus, deren Ordnung nicht nur rückwärtsgewandt, sondern ideologisch aufgeladen und gefährlich ist: Regeln werden hier zur Waffe, Tradition zur Ausgrenzung, Gemeinschaft zur Abschottung.
In seiner dritten Inszenierung für die Deutsche Oper am Rhein arbeitet Regisseur Daniel Kramer in einer opulenten Inszenierung den Gleichnis-Charakter von Richard Wagners Oper als Bild einer Gesellschaft heraus, deren Ordnung nicht nur rückwärtsgewandt, sondern ideologisch aufgeladen und gefährlich ist: Regeln werden hier zur Waffe, Tradition zur Ausgrenzung, Gemeinschaft zur Abschottung.
Musikalische Leitung
Inszenierung
Konzeptionelle Mitarbeit
Bühne
Kostüme
Licht
Video
Chris Kondek
Chorleitung
Dramaturgie
© Moritz Blumentritt
© Moritz Blumentritt
Hans Sachs
Veit Pogner
Kunz Vogelgesang
Konrad Nachtigall
Sixtus Beckmesser
Fritz Kothner
Balthasar Zorn
Ulrich Eißlinger
Augustin Moser
Hermann Ortel
Hans Schwarz
Hans Foltz
Walther von Stolzing
David
Eva
Magdalena
Nachtwächter
Johannes
das Mädchen Bella
Alexandra Maria Goetz
Live-Video Operator
Chantal Bergemann
Chor & Extra-Chor
Orchester
ERSTER AUFZUG
Der Ritter Walther von Stolzing ist neu in der Stadt – und hat sich Hals über Kopf in Eva, die Tochter des Meisters Veit Pogner, verliebt. Nach der Andacht in der Kirche fängt er sie und ihre Freundin Magdalene ab und gesteht Eva seine Zuneigung – die sie erwidert. Von Eva erfährt er, dass Pogner ihre Hand bereits dem Sieger des Wettsingens am morgigen Johannistag versprochen hat. Walther will alles tun, um Eva zu gewinnen. David, Lehrjunge des Schusters und Poeten Hans Sachs und selbst noch ein Schüler in der Singschule, erklärt Walther die schwierigen Regeln der Kunst des Meistergesanges. Unterdessen treffen die Lehrbuben Vorbereitungen für die „Freiung“ – die Aufnahme in die Meisterzunft.
Die Meister versammeln sich, und Pogner stellt ihnen Walther als Anwärter auf den Titel eines Meistersingers vor. Doch zunächst muss sich der Ritter einem Probesingen vor dem strengen Meistergericht stellen. Walther verwirrt die biederen Handwerksmeister mit seinem meisterhaften, aber ganz und gar nicht regelkonformen Lied. Der Stadtschreiber Sixtus Beckmesser, der sich selbst Hoffnungen auf Eva macht, kreidet als Merker während des Gesanges jeden Verstoß an und überzeugt die Meister schließlich, Walther abzulehnen. Nur Sachs bemerkt das echte Künstlertum des jungen Mannes.
ZWEITER AUFZUG
Die Lehrbuben verspotten David wegen seiner Liaison mit Magdalene. Diese erfährt von ihm, dass Walther das Probesingen nicht bestanden hat, und teilt dies der entsetzten Eva mit. Unterdessen schwört Pogner die zunehmend verzweifelte Eva auf den morgigen Tag ein.
Hans Sachs sitzt allein in seiner Schusterstube und steht noch ganz unter dem Eindruck von Walthers Lied. Eva unterbricht ihn in seinen Gedanken und versucht, von ihm mehr Details über die Ereignisse bei der missglückten Freiung zu erfahren. Doch Sachs rät ihr, nicht auf den Ritter zu setzen. In dieser ausweglosen Situation beschließen Eva und Walther, gemeinsam zu fliehen.
Da erscheint Beckmesser unter Evas Fenster, um ihr seine Ballade für den nächsten Tag vorzusingen. Wie vorher verabredet, tritt jedoch Magdalene an Evas Stelle ans Fenster. Laut singend und hämmernd unterbricht der nebenan arbeitende Sachs den abendlichen Sänger immer wieder. Als David erscheint und Magdalene am Fenster entdeckt, stürzt er sich aus Eifersucht auf Beckmesser und verprügelt ihn. Eine Massenschlägerei mit Nachbarn und Lehrbuben entsteht, die erst durch den mahnenden Gesang des Nachtwächters ein Ende endet.
DRITTER AUFZUG
Die Ausschreitungen der vergangenen Nacht haben bei allen Spuren hinterlassen. Hans Sachs sinnt über die Ereignisse und den menschlichen Wahn nach. Als Walther nach herrlichem Schlaf erwacht, kann der Schuster ihn überzeugen, seinen Morgentraum in Dichtung und Melodie zu fassen, die Sachs schließlich niederschreibt.
Der von der Prügelei noch schwer lädierte Beckmesser findet auf Sachs’ Tisch das Blatt mit Walthers Meisterlied. Er verdächtigt Sachs, damit selbst um Eva werben zu wollen. Zum Gegenbeweis schenkt Sachs ihm das Blatt und verspricht, niemandem zu verraten, dass Beckmesser es nicht selbst geschrieben hat. Dieser ist überglücklich und wähnt sich mit dem Lied bereits als Sieger des kommenden Wettbewerbs.
Die unglückliche Eva sucht Sachs unter dem Vorwand auf, dass ihre Schuhe drücken. Ihr Trübsinn verfliegt jedoch sofort, als sie Walther bei ihm sieht. Bei ihrem Anblick findet Walther dann auch die noch fehlende dritte Strophe seines Preisliedes. Als David und Magdalene dazukommen, nimmt Sachs nach altem Brauch die Taufe des neuen Meisterliedes vor.
Auf dem Johannisfest versammeln sich die Meister zum Wettbewerb. Sachs wird vom Volk jubelnd begrüßt. Zunächst versucht sich Beckmesser an Walthers Preislied, entstellt es jedoch so stark, dass er nur Gelächter erntet. Sachs lobt die Schönheit des Liedes – wenn es vom richtigen Sänger vorgetragen wird: Walther singt nun sein Preislied selbst und wird unter allgemeinem Beifall zum Sieger erklärt. Zur Bestürzung aller lehnt er jedoch die Meisterehre ab. Da tritt Hans Sachs dazwischen und hält allen mit eindringlichen Worten die Bedeutung des Meistertums für die deutsche Kunst vor Augen.
Der Ritter Walther von Stolzing ist neu in der Stadt – und hat sich Hals über Kopf in Eva, die Tochter des Meisters Veit Pogner, verliebt. Nach der Andacht in der Kirche fängt er sie und ihre Freundin Magdalene ab und gesteht Eva seine Zuneigung – die sie erwidert. Von Eva erfährt er, dass Pogner ihre Hand bereits dem Sieger des Wettsingens am morgigen Johannistag versprochen hat. Walther will alles tun, um Eva zu gewinnen. David, Lehrjunge des Schusters und Poeten Hans Sachs und selbst noch ein Schüler in der Singschule, erklärt Walther die schwierigen Regeln der Kunst des Meistergesanges. Unterdessen treffen die Lehrbuben Vorbereitungen für die „Freiung“ – die Aufnahme in die Meisterzunft.
Die Meister versammeln sich, und Pogner stellt ihnen Walther als Anwärter auf den Titel eines Meistersingers vor. Doch zunächst muss sich der Ritter einem Probesingen vor dem strengen Meistergericht stellen. Walther verwirrt die biederen Handwerksmeister mit seinem meisterhaften, aber ganz und gar nicht regelkonformen Lied. Der Stadtschreiber Sixtus Beckmesser, der sich selbst Hoffnungen auf Eva macht, kreidet als Merker während des Gesanges jeden Verstoß an und überzeugt die Meister schließlich, Walther abzulehnen. Nur Sachs bemerkt das echte Künstlertum des jungen Mannes.
ZWEITER AUFZUG
Die Lehrbuben verspotten David wegen seiner Liaison mit Magdalene. Diese erfährt von ihm, dass Walther das Probesingen nicht bestanden hat, und teilt dies der entsetzten Eva mit. Unterdessen schwört Pogner die zunehmend verzweifelte Eva auf den morgigen Tag ein.
Hans Sachs sitzt allein in seiner Schusterstube und steht noch ganz unter dem Eindruck von Walthers Lied. Eva unterbricht ihn in seinen Gedanken und versucht, von ihm mehr Details über die Ereignisse bei der missglückten Freiung zu erfahren. Doch Sachs rät ihr, nicht auf den Ritter zu setzen. In dieser ausweglosen Situation beschließen Eva und Walther, gemeinsam zu fliehen.
Da erscheint Beckmesser unter Evas Fenster, um ihr seine Ballade für den nächsten Tag vorzusingen. Wie vorher verabredet, tritt jedoch Magdalene an Evas Stelle ans Fenster. Laut singend und hämmernd unterbricht der nebenan arbeitende Sachs den abendlichen Sänger immer wieder. Als David erscheint und Magdalene am Fenster entdeckt, stürzt er sich aus Eifersucht auf Beckmesser und verprügelt ihn. Eine Massenschlägerei mit Nachbarn und Lehrbuben entsteht, die erst durch den mahnenden Gesang des Nachtwächters ein Ende endet.
DRITTER AUFZUG
Die Ausschreitungen der vergangenen Nacht haben bei allen Spuren hinterlassen. Hans Sachs sinnt über die Ereignisse und den menschlichen Wahn nach. Als Walther nach herrlichem Schlaf erwacht, kann der Schuster ihn überzeugen, seinen Morgentraum in Dichtung und Melodie zu fassen, die Sachs schließlich niederschreibt.
Der von der Prügelei noch schwer lädierte Beckmesser findet auf Sachs’ Tisch das Blatt mit Walthers Meisterlied. Er verdächtigt Sachs, damit selbst um Eva werben zu wollen. Zum Gegenbeweis schenkt Sachs ihm das Blatt und verspricht, niemandem zu verraten, dass Beckmesser es nicht selbst geschrieben hat. Dieser ist überglücklich und wähnt sich mit dem Lied bereits als Sieger des kommenden Wettbewerbs.
Die unglückliche Eva sucht Sachs unter dem Vorwand auf, dass ihre Schuhe drücken. Ihr Trübsinn verfliegt jedoch sofort, als sie Walther bei ihm sieht. Bei ihrem Anblick findet Walther dann auch die noch fehlende dritte Strophe seines Preisliedes. Als David und Magdalene dazukommen, nimmt Sachs nach altem Brauch die Taufe des neuen Meisterliedes vor.
Auf dem Johannisfest versammeln sich die Meister zum Wettbewerb. Sachs wird vom Volk jubelnd begrüßt. Zunächst versucht sich Beckmesser an Walthers Preislied, entstellt es jedoch so stark, dass er nur Gelächter erntet. Sachs lobt die Schönheit des Liedes – wenn es vom richtigen Sänger vorgetragen wird: Walther singt nun sein Preislied selbst und wird unter allgemeinem Beifall zum Sieger erklärt. Zur Bestürzung aller lehnt er jedoch die Meisterehre ab. Da tritt Hans Sachs dazwischen und hält allen mit eindringlichen Worten die Bedeutung des Meistertums für die deutsche Kunst vor Augen.
Einen kurzen Einblick in die Oper gibt Ihnen hier Dramaturgin Juliane Schunke. Den Opernführer in der Live-Version können Sie 30 Minuten vor jeder Vorstellung im Foyer erleben.
Dauer: 11:53 Minuten
Dauer: 11:53 Minuten
Nico Brandenburg spielt E- und Kontrabass, ist künstlerischer Leiter der „Jazzschmiede“ und Dozent an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf. Die Oper ist das Kulturinstitut, mit dem er bisher am wenigsten Kontakt hatte – umso mehr freut er sich auf das Projekt.
© Andreas Endermann
Nico Brandenburg über die Premiere am 17.10.2026:
Fünfeinhalb Stunden! Grund genug, NICHT in die Oper zu gehen.
Dann auch noch Wagner- umstritten bis heute.
Und doch war der Abend sehr kurzweilig.
Die Musik atmosphärisch.
Das Ensemble exzellent.
Die Inszenierung war von Anfang bis Ende gespickt mit heutigen Medien: Flimmernde Werbebanner, glorreiche Fußball-Turniere, selbst der Fahrplan der Deutschen Bahn sorgte für Unterhaltung.
Diese KI-generierten Spots amüsierten mit übertriebener Perfektion. Die ab dem zweiten Akt thematisierten Krisen – von Flüchtlingen bis harscher Staatsgewalt und Obdachlosigkeit war alles dabei – irritierten mit gleichermaßen übertriebener Drastik.
Ziemlich überfrachtet also in jeder Hinsicht. Und die Geschichte selbst hat (vor allem gegen Ende) durchaus auch ihre Tücken.
Aber, und das muss man erst Mal schaffen bei einem Opern-Abend von fünfeinhalb Stunden: langweilig war es nicht!
Fünfeinhalb Stunden! Grund genug, NICHT in die Oper zu gehen.
Dann auch noch Wagner- umstritten bis heute.
Und doch war der Abend sehr kurzweilig.
Die Musik atmosphärisch.
Das Ensemble exzellent.
Die Inszenierung war von Anfang bis Ende gespickt mit heutigen Medien: Flimmernde Werbebanner, glorreiche Fußball-Turniere, selbst der Fahrplan der Deutschen Bahn sorgte für Unterhaltung.
Diese KI-generierten Spots amüsierten mit übertriebener Perfektion. Die ab dem zweiten Akt thematisierten Krisen – von Flüchtlingen bis harscher Staatsgewalt und Obdachlosigkeit war alles dabei – irritierten mit gleichermaßen übertriebener Drastik.
Ziemlich überfrachtet also in jeder Hinsicht. Und die Geschichte selbst hat (vor allem gegen Ende) durchaus auch ihre Tücken.
Aber, und das muss man erst Mal schaffen bei einem Opern-Abend von fünfeinhalb Stunden: langweilig war es nicht!
Luisa Pinnow über die Premiere am 17.10.2026:
„Die Meistersinger von Nürnberg“ waren für mich ein ambivalentes Opernerlebnis zwischen Tradition und Innovation. Fünf Stunden Gesang zu bewältigen, ist eine „Meistersingerleistung“. Dennoch fiel es mir schwer, emotional in das Geschehen einzutauchen und mitzuschwingen.
Die Musik empfand ich als ausgesprochen schön, stellenweise sanft und verspielt, während die Gesangspartien für mich in den Hintergrund traten. Die Handlung entwickelte sich langatmig und wirkte inhaltlich dünn, während das Bühnenbild bisweilen geradezu überladen erschien. Humorvolle Details lockerten das Geschehen gelegentlich auf und entlockten mir ein Schmunzeln.
Irritierend fand ich hingegen die KI-generierten Bilder und den teils bemüht wirkenden Bezug zum Zeitgeist. Der Versuch, Tradition und Innovation einander gegenüberzustellen und nationalistische Tendenzen aus heutiger Perspektive kritisch zu beleuchten, überzeugte mich trotz aktueller politischer Relevanz nicht.
Am Ende überwog bei mir die Ermüdung: Während ich zeitweise gern die Augen geschlossen hätte, um mich ganz der Musik zu widmen, blieb die Inszenierung für mich ein schwieriger Zugang zu einem musikalisch durchaus reizvollen Werk.
„Die Meistersinger von Nürnberg“ waren für mich ein ambivalentes Opernerlebnis zwischen Tradition und Innovation. Fünf Stunden Gesang zu bewältigen, ist eine „Meistersingerleistung“. Dennoch fiel es mir schwer, emotional in das Geschehen einzutauchen und mitzuschwingen.
Die Musik empfand ich als ausgesprochen schön, stellenweise sanft und verspielt, während die Gesangspartien für mich in den Hintergrund traten. Die Handlung entwickelte sich langatmig und wirkte inhaltlich dünn, während das Bühnenbild bisweilen geradezu überladen erschien. Humorvolle Details lockerten das Geschehen gelegentlich auf und entlockten mir ein Schmunzeln.
Irritierend fand ich hingegen die KI-generierten Bilder und den teils bemüht wirkenden Bezug zum Zeitgeist. Der Versuch, Tradition und Innovation einander gegenüberzustellen und nationalistische Tendenzen aus heutiger Perspektive kritisch zu beleuchten, überzeugte mich trotz aktueller politischer Relevanz nicht.
Am Ende überwog bei mir die Ermüdung: Während ich zeitweise gern die Augen geschlossen hätte, um mich ganz der Musik zu widmen, blieb die Inszenierung für mich ein schwieriger Zugang zu einem musikalisch durchaus reizvollen Werk.
Luisa Pinnow, eine der Jüngsten unter den Opernscouts, ist Medizinische Fachangestellte und angehende Psychologin – da tun sich spannende Bezüge zum Musiktheater auf, denen sie auf den Grund gehen möchte.
© Andreas Endermann
Christine Kubatta, Head of Market Development der Fresenius Hochschule in Düsseldorf, nutzt gern das Kulturangebot der Stadt. Trotz ihres Kunststudiums hatte sie bisher wenig Bezug zum Opernhaus – das möchte sie als Scout für Oper und Ballett ändern.
© Andreas Endermann
Christine Kubatta über die Premiere am 17.10.2026:
Dieser Abend war vor allem eines: viel. Viel Bühne, viel Dauer und eine nie enden wollende Kommunikation, bewundernswert getragen vom Ensemble in knapp fünf Stunden Oper. Glanzpunkt waren die fantastischen Düsseldorfer Symphoniker, die Wagners Klangwelt eindrucksvoll zum Leuchten gebracht haben.
Inszenierung und Bühnenbild machen in dieser Aufführung den zentralen Konflikt zwischen Bewahrung und Erneuerung durchgehend erlebbar: Das in die Gegenwart geholte Bühnenbild im zweiten Akt, das einer geschäftigen Bahnhofshalle gleicht, fordert allein durch die integrierten KI-Einspieler ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit ein. Wie viel Tradition braucht eine Gesellschaft heute und wann grenzt sie dadurch aus? Hans Sachs schafft in seiner Rolle als Vermittler zwischen Tradition und Innovation dem Zuschauenden dabei ein Stück weit Erleichterung. Insgesamt ein Abend, der dem Publikum Ausdauer und Konzentration abverlangt aber zugleich durch seine gedankliche Aktualität und künstlerische Kraft überzeugt.
Dieser Abend war vor allem eines: viel. Viel Bühne, viel Dauer und eine nie enden wollende Kommunikation, bewundernswert getragen vom Ensemble in knapp fünf Stunden Oper. Glanzpunkt waren die fantastischen Düsseldorfer Symphoniker, die Wagners Klangwelt eindrucksvoll zum Leuchten gebracht haben.
Inszenierung und Bühnenbild machen in dieser Aufführung den zentralen Konflikt zwischen Bewahrung und Erneuerung durchgehend erlebbar: Das in die Gegenwart geholte Bühnenbild im zweiten Akt, das einer geschäftigen Bahnhofshalle gleicht, fordert allein durch die integrierten KI-Einspieler ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit ein. Wie viel Tradition braucht eine Gesellschaft heute und wann grenzt sie dadurch aus? Hans Sachs schafft in seiner Rolle als Vermittler zwischen Tradition und Innovation dem Zuschauenden dabei ein Stück weit Erleichterung. Insgesamt ein Abend, der dem Publikum Ausdauer und Konzentration abverlangt aber zugleich durch seine gedankliche Aktualität und künstlerische Kraft überzeugt.
Neena Hartmann über die Premiere am 17.10.2026:
Eine mutige, kreative und ausgesprochen zeitgemäße Inszenierung, die mich sehr beeindruckt hat! Daniel Kramer gelingt es, Richard Wagners historisches Werk mit einer überraschenden Aktualität auf die Bühne zu bringen. Besonders fasziniert haben mich die Videogestaltung von Chris Kondek, die ausdrucksstarken Kostüme und das Zusammenspiel von Licht, Bühnenbild und Musik.
Auch der Einsatz der Livekamera von Chantal Bergemann setzte spannende Akzente. Er erinnerte mich an unsere heutige Welt der sozialen Medien, in der wir Ereignisse ständig festhalten, Bilder teilen und uns selbst inszenieren. Was sehen wir wirklich, und was wird uns durch Bilder vermittelt? Die visuellen Botschaften waren deutlich, ließen dem Publikum aber die Freiheit, eigene Gedanken und Interpretationen zu entwickeln.
Es war eine der längsten Opernaufführungen, die ich bisher erlebt habe. Trotzdem wurde es für mich keinen Moment langweilig.
Was ich persönlich aus diesem Abend mitnehme: Privilegien vergehen, starre Regeln verlieren ihre Macht, doch Kunst und Kultur leben weiter. Für mich liegt genau darin die besondere Leistung dieser Inszenierung: Sie verbindet das Alte mit dem Modernen, ohne die künstlerische Kraft des Originals zu verlieren und zeigt eindrucksvoll, wie lebendig und gesellschaftlich relevant ein klassisches Werk heute sein kann.
Eine mutige, kreative und ausgesprochen zeitgemäße Inszenierung, die mich sehr beeindruckt hat! Daniel Kramer gelingt es, Richard Wagners historisches Werk mit einer überraschenden Aktualität auf die Bühne zu bringen. Besonders fasziniert haben mich die Videogestaltung von Chris Kondek, die ausdrucksstarken Kostüme und das Zusammenspiel von Licht, Bühnenbild und Musik.
Auch der Einsatz der Livekamera von Chantal Bergemann setzte spannende Akzente. Er erinnerte mich an unsere heutige Welt der sozialen Medien, in der wir Ereignisse ständig festhalten, Bilder teilen und uns selbst inszenieren. Was sehen wir wirklich, und was wird uns durch Bilder vermittelt? Die visuellen Botschaften waren deutlich, ließen dem Publikum aber die Freiheit, eigene Gedanken und Interpretationen zu entwickeln.
Es war eine der längsten Opernaufführungen, die ich bisher erlebt habe. Trotzdem wurde es für mich keinen Moment langweilig.
Was ich persönlich aus diesem Abend mitnehme: Privilegien vergehen, starre Regeln verlieren ihre Macht, doch Kunst und Kultur leben weiter. Für mich liegt genau darin die besondere Leistung dieser Inszenierung: Sie verbindet das Alte mit dem Modernen, ohne die künstlerische Kraft des Originals zu verlieren und zeigt eindrucksvoll, wie lebendig und gesellschaftlich relevant ein klassisches Werk heute sein kann.
Neena Hartmann, aufgewachsen in Neu-Delhi, berät als Marketing- und PR-Beraterin zwischen Indien und Deutschland und engagiert sich als Vorsitzende im Düsseldorfer Haus der Kulturen. Von dort will sie Brücken bauen zwischen migrantischer und deutscher Kultur.
© Andreas Endermann
Albrecht Heberer, IT-Product Owner, ist mit klassischer Musik groß geworden. Als Scout begibt er sich im Austausch mit anderen auf die Suche nach „der Aufführung, bei der alles stimmt“. So empfand er Händels "Giulio Cesare in Egitto" von Vincent Boussard.
© Andreas Endermann
Albrecht Heberer über die Premiere am 17.10.2026:
Was für ein langer, aber beeindruckender Abend, der mich körperlich und geistig an meine Grenzen brachte. Nach anfänglicher Panik angesichts fünfeinhalb Stunden Wagner verzauberte mich die wunderschöne Musik sofort, als sich der Vorhang öffnete. Man muss Wagner zugutehalten, dass er über längere Strecken musikalische Höhepunkte aufzubauen vermag, die mich mit Wucht überwältigen. Gleichzeitig gelang es der Inszenierung mit meisterhaftem Gesang, humorvollen, KI-generierten Videoclips und ästhetisch-realistischen Bühnenbildern, meine Aufmerksamkeit über fünf Stunden hinweg zu halten und mich bei den ausgedehnten Gesangsdialogen immer wieder ins Stück zurückzuholen. Das muss man erst einmal schaffen. Nicht alle inhaltlichen Akzente überraschten dabei gleichermaßen. Besonders in Erinnerung blieb mir jedoch der letzte Akt mit den penibel in Grün gekleideten Soldaten: Die nicht unumstrittene Glorifizierung deutscher Kultur, die von den Nationalsozialisten vereinnahmt wurde, löste in mir Gänsehaut aus. Alles in allem eine sehr empfehlenswerte Aufführung, für die man allerdings eine gewisse Ausdauer mitbringen sollte.
Was für ein langer, aber beeindruckender Abend, der mich körperlich und geistig an meine Grenzen brachte. Nach anfänglicher Panik angesichts fünfeinhalb Stunden Wagner verzauberte mich die wunderschöne Musik sofort, als sich der Vorhang öffnete. Man muss Wagner zugutehalten, dass er über längere Strecken musikalische Höhepunkte aufzubauen vermag, die mich mit Wucht überwältigen. Gleichzeitig gelang es der Inszenierung mit meisterhaftem Gesang, humorvollen, KI-generierten Videoclips und ästhetisch-realistischen Bühnenbildern, meine Aufmerksamkeit über fünf Stunden hinweg zu halten und mich bei den ausgedehnten Gesangsdialogen immer wieder ins Stück zurückzuholen. Das muss man erst einmal schaffen. Nicht alle inhaltlichen Akzente überraschten dabei gleichermaßen. Besonders in Erinnerung blieb mir jedoch der letzte Akt mit den penibel in Grün gekleideten Soldaten: Die nicht unumstrittene Glorifizierung deutscher Kultur, die von den Nationalsozialisten vereinnahmt wurde, löste in mir Gänsehaut aus. Alles in allem eine sehr empfehlenswerte Aufführung, für die man allerdings eine gewisse Ausdauer mitbringen sollte.



