16.01.-25.02.2026 / Ballett
Grey Area
Bridget Breiner / David Dawson / Lesley Telford
Termine
19:30 - 21:50
Ballett
Im Anschluss: Nachgefragt
19:30 - 21:50
Ballett
19:30 - 21:50
Zum letzten Mal in dieser Spielzeit, Zahl, so viel Du willst! Ballett
Beschreibung
Tanz im Zwischenraum
Shards (Uraufführung)
The Grey Area
Uraufführung am 7. September 2002, Het Muziektheater Amsterdam, Dutch National Ballet
Threshold of a Fall (Uraufführung)
The Grey Area
Uraufführung am 7. September 2002, Het Muziektheater Amsterdam, Dutch National Ballet
Threshold of a Fall (Uraufführung)
Im Zentrum des dreiteiligen Abends steht David Dawsons preisgekrönter Klassiker über einen ungreifbaren und zugleich hoffnungsvollen Zustand zwischen Ende und Wiederbeginn. „The Grey Area“ verweist auf ein Niemandsland jenseits von Zeit und Raum: Mit weit ausschwingenden, frei fließenden Bewegungsphrasen und großer musikalischer Sensibilität scheint sich die Choreographie von der Schwerkraft zu lösen und zelebriert die Schönheit eines Augenblicks, in dem Dynamik, Zeitlosigkeit und emotionale Intensität ineinandergreifen.
Nicht das Ziel, sondern der Weg selbst ist Ausgangspunkt für Bridget Breiners neue Kreation „Shards“. Ausgehend von den musikalischen Interpretationen Jeff Buckleys widmet sie sich dem Unabgeschlossenen – dem, was nicht endet, sondern nachhallt. Gemeinsam mit der Compagnie erforscht sie das Dazwischen-Sein als fortlaufende Bewegung: Begegnungen und Trennungen, Nähe und Entfernung, das Festhalten und das Loslassen. Wie ein Lied, das über seinen letzten Ton hinauswirkt, folgt die Choreographie einer Spur, die nicht zu einem Abschluss führt, sondern weiterträgt.
Den Abschluss dieser Auslotung von Zwischenräumen bildet „Threshold of a Fall“ der kanadischen Choreographin Lesley Telford. Inmitten eines schwebenden, stilisierten Waldes reflektiert das Werk die fragile Beziehung zwischen Mensch und menschengemachten Systemen. Was stabil und unerschütterlich erscheint, kann durch die kleinste Verschiebung seine Verletzlichkeit offenbaren. Inspiriert von der Parabel vom Damoklesschwert entsteht ein Raum höchster Balance – getragen von einer dichten Klanglandschaft, stets an der Schwelle zu einem möglichen Kippen.
Nicht das Ziel, sondern der Weg selbst ist Ausgangspunkt für Bridget Breiners neue Kreation „Shards“. Ausgehend von den musikalischen Interpretationen Jeff Buckleys widmet sie sich dem Unabgeschlossenen – dem, was nicht endet, sondern nachhallt. Gemeinsam mit der Compagnie erforscht sie das Dazwischen-Sein als fortlaufende Bewegung: Begegnungen und Trennungen, Nähe und Entfernung, das Festhalten und das Loslassen. Wie ein Lied, das über seinen letzten Ton hinauswirkt, folgt die Choreographie einer Spur, die nicht zu einem Abschluss führt, sondern weiterträgt.
Den Abschluss dieser Auslotung von Zwischenräumen bildet „Threshold of a Fall“ der kanadischen Choreographin Lesley Telford. Inmitten eines schwebenden, stilisierten Waldes reflektiert das Werk die fragile Beziehung zwischen Mensch und menschengemachten Systemen. Was stabil und unerschütterlich erscheint, kann durch die kleinste Verschiebung seine Verletzlichkeit offenbaren. Inspiriert von der Parabel vom Damoklesschwert entsteht ein Raum höchster Balance – getragen von einer dichten Klanglandschaft, stets an der Schwelle zu einem möglichen Kippen.
Dramaturgie
Shards
The Grey Area
Choreographie
Musik
Bühne
Kostüme
Licht
Choreographische Einstudierung
Raphaël Coumes-Marquet, Clemens Fröhlich
Threshold of a Fall
Choreographie
Musik
Hauschka, György Ligeti, Hildur Guðnadóttir
Sounddesigner
Davidson Jaconello
Bühne
Kostüm
Licht
„Grey Area“ – was bedeutet das?
Der englische Ausdruck grey area bezeichnet einen Bereich, der sich nicht eindeutig einordnen lässt – weder „schwarz“ noch „weiß“. Gemeint ist eine Zone der Unschärfe, in der Grenzen verschwimmen und unterschiedliche Interpretationen möglich sind. In einer grey area fehlt es an klaren Richtlinien oder eindeutigen Bewertungen, sodass Raum für Ambivalenz, Fragen und Diskussionen entsteht.
Der Begriff tauchte Mitte des 20. Jahrhunderts auf und wird seitdem in vielen Bereichen – etwa in Ethik, Recht oder Gesellschaft – verwendet, um Situationen zu beschreiben, die sich bewusst dem einfachen Entweder-oder entziehen.
Der Begriff tauchte Mitte des 20. Jahrhunderts auf und wird seitdem in vielen Bereichen – etwa in Ethik, Recht oder Gesellschaft – verwendet, um Situationen zu beschreiben, die sich bewusst dem einfachen Entweder-oder entziehen.
Besetzung
Probenvideos
Ballettführer Audio
Einen kurzen Einblick in den Ballettabend „Grey Area” und seine Choreographien gibt Ihnen hier Dramaturgin Julia Schinke. Den Ballettführer in der Live-Version können Sie 30 Minuten vor jeder Vorstellung im Foyer erleben.
Dauer: 7:57 Minuten
Dauer: 7:57 Minuten
Stimmen unserer Scouts für Oper und Ballett
Dr. Dirk Thiel über die Premiere am 16.01.2026 in Duisburg:
Der Abend profitierte von einem minimalistischen Bühnenbild kombiniert mit raffinierten (Licht-)Effekten und der choreographischen Fokussierung auf die Tänzer*innen, deren harmonische Bewegungen mit der Musik zu verschmelzen schienen. Es wurde eine atmosphärische Dichte erzeugt, die die Zuschauer*innen in ihren Bann zog und immer wieder in grenzenloses Erstaunen versetzte. Ich konnte mich ganz auf die fantastische Performance einlassen und die unausweichlich ausgelösten Emotionen durch das perfekte Zusammenspiel von Tanz und Musik spüren.
Wer erwartete, dass die Inszenierung von „Shards“, über „The Grey Area“ bis „Threshold of a Fall“ auf einen Höhepunkt zusteuerte, wurde eines Besseren belehrt: Alle drei Teile waren Höhepunkte einer faszinierenden Komposition aus Musik, Bewegung und einer sphärischen Darstellung, die geeignet war, Emotionen beim Zuschauer zu wecken. Wer es nicht schon ist, dem geben Bridget Breiner, David Dawson und Lesley Telford mit ihren Choreographien für „Grey Area“ die Chance, echte Fans des modernen Balletts zu werden, denn: besser geht’s nicht!
Der Abend profitierte von einem minimalistischen Bühnenbild kombiniert mit raffinierten (Licht-)Effekten und der choreographischen Fokussierung auf die Tänzer*innen, deren harmonische Bewegungen mit der Musik zu verschmelzen schienen. Es wurde eine atmosphärische Dichte erzeugt, die die Zuschauer*innen in ihren Bann zog und immer wieder in grenzenloses Erstaunen versetzte. Ich konnte mich ganz auf die fantastische Performance einlassen und die unausweichlich ausgelösten Emotionen durch das perfekte Zusammenspiel von Tanz und Musik spüren.
Wer erwartete, dass die Inszenierung von „Shards“, über „The Grey Area“ bis „Threshold of a Fall“ auf einen Höhepunkt zusteuerte, wurde eines Besseren belehrt: Alle drei Teile waren Höhepunkte einer faszinierenden Komposition aus Musik, Bewegung und einer sphärischen Darstellung, die geeignet war, Emotionen beim Zuschauer zu wecken. Wer es nicht schon ist, dem geben Bridget Breiner, David Dawson und Lesley Telford mit ihren Choreographien für „Grey Area“ die Chance, echte Fans des modernen Balletts zu werden, denn: besser geht’s nicht!
Der promovierte Diplomkaufmann Dr. Dirk Thiel ist neben seiner Tätigkeit bei der AFC Group im Bereich von Trading, Vermögensanlagestrategien und Finanzierungskonzepten ein Musik- und Konzertbegeisterter. Er liebt an Opern das kraftvolle Zusammenspiel von Musik und Inszenierung. Jetzt freut er sich auch auf eine intensive Auseinandersetzung mit dem Ballett.
© Daniel Senzek
Cosima Kissing lebt in Mülheim an der Ruhr und stand als junges Mädchen selbst bei zwei Ballettvorstellungen auf der Theaterbühne. Sie erinnert sich noch genau an das Ambiente hinter den Kulissen und freut sich darauf, in die Atmosphäre im Theater Duisburg einzutauchen.
© Andreas Endermann
Cosima Kissing über die Premiere am 16.01.2026 in Duisburg:
Diesmal bin ich völlig unvorbereitet in die Vorstellung gegangen. Geahnt habe ich, dass es ein abstrakter Ballettabend werden würde. Das Schöne daran, ich konnte mich ganz ohne Gedanken und Erwartungen auf die Stücke einlassen. Wer noch nie im Ballett war, empfehle ich diesen Abend, weil er wirklich pur den Tanz mit der Musik vereint und jedes der drei Stücke hat es geschafft, dass ich eintauchen durfte in die jeweilig dargestellte Welt. Für mich wirkte nichts bedrohlich, im Gegenteil - entgegen manch anderer Rezension oder Hinweisen im Programmheft.
Besonders hervorzuheben sind für mich die Sequenzen in „Shards“, in denen keine Musik ertönt und man die Tänzer atmen hört. Was für eine anstrengende Kunstform! Und so wunderschön anzuschauen! Ebenso beeindruckend die Bässe in „The Grey Area“, die mich in ozeanische Welten entführten und das Bühnenbild besonders in „Threshold of a Fall“, das sich mit Licht, Stangen und den Tänzern in einen lebendigen Organismus verwandelte.
Diesmal bin ich völlig unvorbereitet in die Vorstellung gegangen. Geahnt habe ich, dass es ein abstrakter Ballettabend werden würde. Das Schöne daran, ich konnte mich ganz ohne Gedanken und Erwartungen auf die Stücke einlassen. Wer noch nie im Ballett war, empfehle ich diesen Abend, weil er wirklich pur den Tanz mit der Musik vereint und jedes der drei Stücke hat es geschafft, dass ich eintauchen durfte in die jeweilig dargestellte Welt. Für mich wirkte nichts bedrohlich, im Gegenteil - entgegen manch anderer Rezension oder Hinweisen im Programmheft.
Besonders hervorzuheben sind für mich die Sequenzen in „Shards“, in denen keine Musik ertönt und man die Tänzer atmen hört. Was für eine anstrengende Kunstform! Und so wunderschön anzuschauen! Ebenso beeindruckend die Bässe in „The Grey Area“, die mich in ozeanische Welten entführten und das Bühnenbild besonders in „Threshold of a Fall“, das sich mit Licht, Stangen und den Tänzern in einen lebendigen Organismus verwandelte.
Thomas Fligge über die Premiere am 16.01.2026 in Duisburg:
Der Ballettabend „Grey Area“ bekommt von mir die Höchstpunktzahl und wird nachdrücklich zum Besuch empfohlen. Schon das Eingangsballett „Shards“ mit der Musik von Jeff Buckley löste in mir völlige Entspannung und Bewunderung für den schönen Ausdruckstanz aus. Besonderer Gänsehautmoment: Die Choreografie endet nicht mit der Musik, sondern geht durch sie hindurch und darüber hinaus. Dem zweiten Ballett des Abends „The Grey Area“ lag eine Choreografie zugrunde, die auf einen Ort jenseits von Zeit und Raum hinweisen will. Die dazu erklingende Klangflächenmusik von Niels Lanz, in der Rhythmus (Zeit) und Melodie (Raum) eine sehr untergeordnete Rolle spielen, passt perfekt zu David Dawsons Ansatz.
Höhepunkt des Abends war für mich „Threshold of a Fall“. Die minimalistische, zunächst sehr ruhige und meditative Musik „Point of Departure“ von Guonadottir, die am Schluss sehr rhythmisch und perkussiv wurde, begeisterte mich zusammen mit den mitreißenden Darbietungen der Tanzenden.
Bridget Breiner betrachtet den künstlerischen Prozess als unabgeschlossen, weiterwirkend und nachhallend. Ich habe nach diesem Abend festgestellt, dass auch der Rezeptionsprozess so laufen kann. Alle Musikstücke von „Threshold of a Fall“ musste ich auf YouTube noch einmal hören.
Der Ballettabend „Grey Area“ bekommt von mir die Höchstpunktzahl und wird nachdrücklich zum Besuch empfohlen. Schon das Eingangsballett „Shards“ mit der Musik von Jeff Buckley löste in mir völlige Entspannung und Bewunderung für den schönen Ausdruckstanz aus. Besonderer Gänsehautmoment: Die Choreografie endet nicht mit der Musik, sondern geht durch sie hindurch und darüber hinaus. Dem zweiten Ballett des Abends „The Grey Area“ lag eine Choreografie zugrunde, die auf einen Ort jenseits von Zeit und Raum hinweisen will. Die dazu erklingende Klangflächenmusik von Niels Lanz, in der Rhythmus (Zeit) und Melodie (Raum) eine sehr untergeordnete Rolle spielen, passt perfekt zu David Dawsons Ansatz.
Höhepunkt des Abends war für mich „Threshold of a Fall“. Die minimalistische, zunächst sehr ruhige und meditative Musik „Point of Departure“ von Guonadottir, die am Schluss sehr rhythmisch und perkussiv wurde, begeisterte mich zusammen mit den mitreißenden Darbietungen der Tanzenden.
Bridget Breiner betrachtet den künstlerischen Prozess als unabgeschlossen, weiterwirkend und nachhallend. Ich habe nach diesem Abend festgestellt, dass auch der Rezeptionsprozess so laufen kann. Alle Musikstücke von „Threshold of a Fall“ musste ich auf YouTube noch einmal hören.
Thomas Fligge, Musiklehrer am Duisburger Mercator-Gymnasium, hat sein ganzes Leben schon mit Musik zu tun, allerdings nicht mit Oper und Ballett. „Hallo Oper, ich komme!“ sagt der Organist und Liebhaber von Sinfoniekonzerten.
© Andreas Endermann
Gisa Möller ist in unmittelbarer Nähe zum Theater Duisburg aufgewachsen und war häufig mit ihrer Familie oder mit der Schule dort. Nach ihrem Berufsleben als Apothekerin ist sie als Künstlerin tätig und engagiert sich im Duisburger Kunstverein.
© Andreas Endermann
Gisa Möller über die Premiere am 16.01.2026 in Duisburg:
„Grey Area“, ein überwältigend berührender Ballettabend, ein Muss für alle Fans des zeitgenössischen Tanzes und für Alle, die es werden wollen.
Drei Stücke, verbunden durch Themen wie Fragilität und Unsicherheit des Lebens, die hervorragenden, ausdrucksstarken Tänzer*innen, eine minimalistische Bühne, schwarz-weiß, ohne Ablenkung, tolle Lichteffekte, schlichte Kostüme und eindringliche, teilweise meditative Musik – insgesamt eine ästhetische Augenweide!
Im ersten Stück „Shards“, für mich sehr poetisch, suchen die Menschen einander, trennen sich wieder, schaffen es nicht, einen dauerhaften Zustand zu erreichen, nach dem sie sich sehnen.
Im zweiten Stück „The Grey Area“, atmosphärisch dicht, ja fast sphärisch, wurde ich ans Weltall erinnert mit der unendlichen Tiefe und Einsamkeit. Die Tänzer bewegen sich wie tanzende Sterne im All, die eine neue Ordnung anstreben, sie aber nicht finden können.
Das dritte Stück „Threshold of a Fall“ empfand ich als ekstatisch, fast martialisch, ein Kampf um die Natur, eine gegenseitige Bedrohung von Mensch und Natur. Auch hier gibt es keine endgültige Lösung.
Alle drei sehr unterschiedlichen Stücke – für mich in der richtigen Reihenfolge präsentiert - lassen viel Platz für eigene Interpretation des Themas „Grey Area“, die deutsche Übersetzung Grauzone ist hier nicht ganz passend: es geht um Ambivalenz, Zwischenwelten, verschwommene Grenzen.
„Grey Area“, ein überwältigend berührender Ballettabend, ein Muss für alle Fans des zeitgenössischen Tanzes und für Alle, die es werden wollen.
Drei Stücke, verbunden durch Themen wie Fragilität und Unsicherheit des Lebens, die hervorragenden, ausdrucksstarken Tänzer*innen, eine minimalistische Bühne, schwarz-weiß, ohne Ablenkung, tolle Lichteffekte, schlichte Kostüme und eindringliche, teilweise meditative Musik – insgesamt eine ästhetische Augenweide!
Im ersten Stück „Shards“, für mich sehr poetisch, suchen die Menschen einander, trennen sich wieder, schaffen es nicht, einen dauerhaften Zustand zu erreichen, nach dem sie sich sehnen.
Im zweiten Stück „The Grey Area“, atmosphärisch dicht, ja fast sphärisch, wurde ich ans Weltall erinnert mit der unendlichen Tiefe und Einsamkeit. Die Tänzer bewegen sich wie tanzende Sterne im All, die eine neue Ordnung anstreben, sie aber nicht finden können.
Das dritte Stück „Threshold of a Fall“ empfand ich als ekstatisch, fast martialisch, ein Kampf um die Natur, eine gegenseitige Bedrohung von Mensch und Natur. Auch hier gibt es keine endgültige Lösung.
Alle drei sehr unterschiedlichen Stücke – für mich in der richtigen Reihenfolge präsentiert - lassen viel Platz für eigene Interpretation des Themas „Grey Area“, die deutsche Übersetzung Grauzone ist hier nicht ganz passend: es geht um Ambivalenz, Zwischenwelten, verschwommene Grenzen.
Corinna von der Heyde über die Premiere am 16.01.2026 in Duisburg:
Selten habe ich das Theater so begeistert verlassen wie nach dem Besuch der „Grey Area“-Premiere. Für mich war dieses Ballett-Menü mit drei „Gängen“ ein intensives und fesselndes Erlebnis. Minimalismus war zwar das Thema des Abends, doch er wirkte niemals fad oder gar bedeutungslos. Im Gegenteil: Er schuf bewusst Raum für die Gegensätze, die sich in den drei Choreografien auf der Bühne zeigten – kraftvolle und zarte Bewegungen, Ausdrücke von Verlust und Leichtigkeit, warmes Licht und pulsierendes Dunkel, atmosphärische Musik und (un)angenehme Momente der Stille.
Für mich war das Herrliche am Minimalismus, dass er auch meinem Genuss Raum gab. Ich konnte in den bewusst gesetzten Akzenten schwelgen (der rosarote Ballon!), die raffinierte Einfachheit der Kostüme bewundern und meine Gedanken von einer Assoziation zur nächsten schweifen lassen (Bambuswälder treffen auf organisches Gewimmel unter dem Mikroskop). Besonders froh war ich über meinen Sitzplatz: Die Nähe zur Bühne war ein echter Vorteil, denn die Tanzenden wirkten dadurch nicht nur greifbar nah – ich konnte sogar ihren Atem hören und die Kraft selbst in der weichsten Bewegung sehen.
Mein Fazit: Jede Choreografie war ein gelungener Hauptgang, von dem ich nicht genug bekommen konnte.
Selten habe ich das Theater so begeistert verlassen wie nach dem Besuch der „Grey Area“-Premiere. Für mich war dieses Ballett-Menü mit drei „Gängen“ ein intensives und fesselndes Erlebnis. Minimalismus war zwar das Thema des Abends, doch er wirkte niemals fad oder gar bedeutungslos. Im Gegenteil: Er schuf bewusst Raum für die Gegensätze, die sich in den drei Choreografien auf der Bühne zeigten – kraftvolle und zarte Bewegungen, Ausdrücke von Verlust und Leichtigkeit, warmes Licht und pulsierendes Dunkel, atmosphärische Musik und (un)angenehme Momente der Stille.
Für mich war das Herrliche am Minimalismus, dass er auch meinem Genuss Raum gab. Ich konnte in den bewusst gesetzten Akzenten schwelgen (der rosarote Ballon!), die raffinierte Einfachheit der Kostüme bewundern und meine Gedanken von einer Assoziation zur nächsten schweifen lassen (Bambuswälder treffen auf organisches Gewimmel unter dem Mikroskop). Besonders froh war ich über meinen Sitzplatz: Die Nähe zur Bühne war ein echter Vorteil, denn die Tanzenden wirkten dadurch nicht nur greifbar nah – ich konnte sogar ihren Atem hören und die Kraft selbst in der weichsten Bewegung sehen.
Mein Fazit: Jede Choreografie war ein gelungener Hauptgang, von dem ich nicht genug bekommen konnte.
Die Wahl-Duisburgerin und Kommunikationsmanagerin Corinna von der Heyde hat schon oft auf kleinen Bühnen gestanden und Theater gespielt. Sie liebt das Ballett und findet es spannend, die Oper neu für sich zu entdecken.
© Andreas Endermann
Die Buchhändlerin Linda Broszeit ist nach ihrer Selbstständigkeit heute noch häufig in der Duisburger Buchhandlung Scheuermann anzutreffen. Sie liebt die Atmosphäre in der Oper, aber die Vorstellungen haben sie bisher nur selten überzeugt: „Ich gebe der Oper eine letzte Chance“.
© Andreas Endermann
Linda Broszeit über die Premiere am 16.01.2026 in Duisburg:
In der ersten von drei Ballettaufführungen wurde für mich von der Flüchtigkeit von Beziehungen und die damit verbundene Einsamkeit erzählt. Paare (Mann/Frau, Mann/Mann, aber warum nicht Frau/Frau?) trafen sich, tanzten zusammen mit zum Teil sehr berührenden Gesten und drifteten wieder auseinander. Zurück blieb der einzelne Mensch. Vier sehr unterschiedliche Musikstücke und ein pointiertes Bühnenbild unterstützen die verschiedenen Stimmungen, besonders eindrücklich waren allerdings die Szenen, in der absolute Stille herrschte.
Die Musik des zweiten Stücks erinnerte mich an eine bedrohliche Dystopie. Der allzu harmonische Tanzstil der Gruppe passte deshalb für mich nicht dazu. Oder waren es vielleicht gar keine Menschen, die dort tanzten, sondern Aliens, für die diese Musik wohlklingend war?
Das Bühnenbild des dritten Stücks, der Musikmix und der ausdrucksstarke und abwechslungsreiche Tanz der Gruppe ließen verschiedene Deutungsmöglichkeiten zu. Mein klarer Favorit, gerne hätte ich länger zugesehen.
Nach jedem Stück gab es eine Pause, was ich sehr gut fand. So konnte man seine Gedanken etwas sortieren, um sich dann auf das nächste Ballettabenteuer einzulassen. Mir bleibt dieser Abend in sehr guter Erinnerung.
In der ersten von drei Ballettaufführungen wurde für mich von der Flüchtigkeit von Beziehungen und die damit verbundene Einsamkeit erzählt. Paare (Mann/Frau, Mann/Mann, aber warum nicht Frau/Frau?) trafen sich, tanzten zusammen mit zum Teil sehr berührenden Gesten und drifteten wieder auseinander. Zurück blieb der einzelne Mensch. Vier sehr unterschiedliche Musikstücke und ein pointiertes Bühnenbild unterstützen die verschiedenen Stimmungen, besonders eindrücklich waren allerdings die Szenen, in der absolute Stille herrschte.
Die Musik des zweiten Stücks erinnerte mich an eine bedrohliche Dystopie. Der allzu harmonische Tanzstil der Gruppe passte deshalb für mich nicht dazu. Oder waren es vielleicht gar keine Menschen, die dort tanzten, sondern Aliens, für die diese Musik wohlklingend war?
Das Bühnenbild des dritten Stücks, der Musikmix und der ausdrucksstarke und abwechslungsreiche Tanz der Gruppe ließen verschiedene Deutungsmöglichkeiten zu. Mein klarer Favorit, gerne hätte ich länger zugesehen.
Nach jedem Stück gab es eine Pause, was ich sehr gut fand. So konnte man seine Gedanken etwas sortieren, um sich dann auf das nächste Ballettabenteuer einzulassen. Mir bleibt dieser Abend in sehr guter Erinnerung.



